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Wesel
Mockridge bringt die Niederrheinhalle zum Kochen

Wesel: Mockridge bringt die Niederrheinhalle zum Kochen
Er ließ kaum ein Auge trocken: Luke Mockridge mit seinem Programm "I'm lucky. I'm Luke". FOTO: Gerd Hermann
Wesel. Der bekannte Comedian lieferte eine große Show und begeisterte 1800 Fans in der ausverkauften Halle.

Die Niederrheinhalle platzte aus allen Nähten: 1800 Menschen waren gekommen, um Luke Mockridge zu sehen, der mit seinem Soloprogramm "I'm lucky, I'm Luke" für Begeisterung sorgte. Doch nicht nur Weseler waren im Publikum vertreten, auch viele Fans aus dem Ruhrgebiet waren gekommen, um den 26-jährigen Comedian live zu sehen.

Die Show lebte von der Interaktion mit dem Publikum. So nahm der Komiker etwa eine FH-Studentin aufs Korn ("FH? Das ist Uni light"). Er scherzte zudem immer wieder mit dem zehnjährigen Finn - an diesem Abend wohl der jüngste Fan - und komponierte spontan ein Lied für Geburtstagskind "Sarah mit h", das darin gipfelte, dass die gesamte Halle kollektiv "Wie schön, dass Du geboren bist" sang.

Und dies war nicht das einzige musikalische Highlight. Viele seiner Fans sind, wie auch der Komiker selbst, "Kinder der Neunziger" und zeigten sich entsprechend textsicher bei Liedern wie "Lemon Tree", "Coco Jambo" oder "Barbie Girl", die er auf dem Klavier anstimmte. Nach einem Medley diverser Backstreet-Boys-Hits - eine Band, die der kleine Finn mit Geburtsjahr 2005 gar nicht mehr kannte - war Mockridge restlos begeistert von seinem Weseler Publikum. "Scheiß auf The Voice. Wir gründen eine Band", verkündete er enthusiastisch und kurze Zeit später hatte er sogar einen passenden Namen parat: "Die Wesel-Boyz".

Doch es sind nicht nur die "trashigen " Pop-Songs, die diese Generation verbindet. Fast nostalgisch schwelgte der Comedian in Erinnerungen an seine Kindheit in den Neunzigern und sprach damit dem Gros seiner Fans aus der Seele. Damals spielte man Mario-Kart auf dem Nintendo ("Wisst ihr noch, die Regenbogenstrecke?"), ging mit 50 Pfennig und neun Freunden zum Kiosk, um Kaugummi-Zigaretten zu kaufen ("Das war so'n bisschen wie die Hobbit-Wanderung nach Mordor") und ließ sich alberne Flicker auf durchgescheuerte Hosenbeine nähen. "Wir waren noch eine kreative Generation. Wenn's draußen geregnet hat, sind wir von Sofa zu Sofa gesprungen, weil der Boden aus Lava war."

Allerdings muteten nicht alle Kindheitserinnerungen so idyllisch an. So manches mal übertrat der Komiker durchaus die Grenze zur Jugendfreiheit - etwa wenn es um Selbstbefriedigung, Sex und Drogenkosum ging. Letzteres, so gab sich Mockridge überzeugt, sei die einzige Erklärung für Fernsehserien wie die "Glücksbärchis".

Auch nach der Pause ging es musikalisch weiter und der Comedian bewies, dass er nicht nur Klavier, sondern auch Gitarre spielen kann. Und das hat auch einen Grund: "Mädels mögen es voll, wenn man Gitarre spielt", verriet er und stimmte auf Zuruf "Wonderwall" von Oasis an, bei dem "die Wesel-Boyz" erneut einstimmten. Doch Feuerzeuge schwenken - nein, das ist zu retro. "Jetzt macht mal alle die Taschenlampen-App an", forderte Mockridge stattdessen. Und in der Niederrheinhalle entstand ein leuchtender Sternenhimmel voller Smartphones.

(meko)
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