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Kreis Wesel
Moers Festival will nicht baden gehen

Kreis Wesel: Moers Festival will nicht baden gehen
Nein, die Programmvorstellung für das Moers Festival ist nicht ins Wasser gefallen: Kulturdezernent Wolfgang Thoenes, Claus Arndt, Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH, und Tim Isfort, künstlerischer Leiter, erlaubten sich einen Spaß. Im Solimare-Bad gibt es Unterwasser-Lautsprecher. Geplant sind Wasserkonzerte. FOTO: kdi
Kreis Wesel. Festivalchef Tim Isfort stellte gestern das Programm für das 47. Pfingstfestival im Moerser Hallenbad Solimare vor. Von Anja Katzke

"Nein, das Moers Festival geht nicht baden", betont Tim Isfort und steht in seinem guten Anzug bis zur Brust im Wasser des Solimare-Bades. Der Moerser Kulturdezernent Wolfgang Thoenes und Claus Arndt, Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH, haben es schon bis zum Beckenrand geschafft und sind pitschnass. Fliegende Haie, Meerjungfrauen und zwei schräge Musiker sorgen für Chaos, während der Wasserpegel im Becken immer weiter steigt. Keine Sorge: Die Programmvorstellung für das 47. Moers Festival vom 18. bis zum 21. Mai ist gestern nicht ins Wasser gefallen. Alles nur ein inszenierter Spaß. Und daran hat eben Tim Isfort, seit Ende 2016 künstlerischer Leiter des Moers Festivals, seinen Spaß. Da wird die Pressekonferenz mal kurz zur lokalen Satire im Schwimmbad. Das Bild ist nicht unpassend gewählt: 2016/2017 hatte das Moers Festival finanziell arg zu kämpfen. Mit Hilfe von Land, Bund und einer Garantieerklärung der Stadt Moers konnte es gesichert werden - aber nicht dauerhaft. 2019 laufen die Zuschüsse des Bundes aus. Die Folge: 150.000 Euro weniger im Etat. Isforts Team ist dabei, Förderer und Unterstützer für die Zukunft zu finden.

Das Programm für Pfingsten 2018 (18. bis 21. Mai) aber steht. Der Festivalleiter ist in den zurückliegenden Monaten durch die Welt gereist und hat in entlegenen Ecken Bands entdeckt, die man selbst bei Google nicht finden kann. Er hat aber auch bekannte Größen nach Moers eingeladen. Das Publikum darf sich unter anderem auf die WDR-Bigband mit dem Schlagzeuger Peter Erskine freuen. Der Saxofonist Peter Brötzmann, der dem Festival seit seinen Anfängen verbunden ist, wird in mehreren Konstellationen zu erleben sein. Er spielt mit seiner Duo-Partnerin Heather Leigh, gibt ein Solo-Konzert, hat als Teilnehmer der im vergangenen Jahr eingeführten Reihe "Discussion" nicht nur am Saxofon etwas zu sagen, sondern trifft in einer exklusiven Moers-Produktion auch auf die Band "Oxbow". Ein geografischer Schwerpunkt liegt auf Musik aus den USA. Die Band Talibam wird das Festival eröffnen und als "Artist Group in Resistance", so Isfort, mehrere Tage ihre musikalischen Spuren in Moers hinterlassen. Ebenfalls aus den USA kommen die Band "CP Unit" sowie Frank Fairfield und Meredith Axelrod, die den Folk in die Eventhalle am Solimare bringen werden. Ebenso dabei sind Richard Dawson mit seiner archaischen und freien Interpretation von Folk, die brasilianische Independent-Band Quartabé und das Projekt Mikrosaivo, bei dem Tom Liwa in der Fantasiesprache "Halverstek" singt. Besonders am Herzen liegen Tim Isfort die Musikprojekte, die so nur in Moers zu hören sind: Marimba-Madimba Conférence, Siddi Traces und Fokus Pjöngjang. Ob letzterer tatsächlich gelingen wird, ist sich der künstlerische Leiter jedoch noch nicht so ganz sicher. Er war dieses Jahr in Korea unterwegs, reiste auch nach Nordkorea. "Wir versuchen, dass die Musiker, die ich dort kennengelernt habe, bei uns einreisen dürfen", sagte Isfort. Auch in diesem Jahr wird ganz Moers zur Bühne. Musik wird nicht nur in der Eventhalle zu hören sein, sondern an vielen weiteren Spielorten: in Kirchen, Schulaulen, Kneipen werden Acts aus dem Hauptprogramm teilweise kostenlose Konzerte gegeben.

Die Ticketpreise für die Konzerte in der Halle sind gestiegen.

Quelle: RP
 
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