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Wesel
Mordprozess: Dagmar E. lieh Angeklagtem 6000 Euro

Wesel. Die finanziellen Verhältnisse des Opfers waren gestern Gegenstand der Verhandlung um die getötete Dinslakenerin Dagmar E. Eine Bankangestellte sagte aus, dass sie die Frau seit Jahren kannte und gut über die Finanzen der Getöteten informiert war.

Als die nach dem Tod ihres Mannes nach Dinslaken gezogen sei, habe die Bank sich um den Nachlass gekümmert. E. habe Einkünfte gehabt und eine Eigentumswohnung abbezahlt. Finanz-Probleme habe es nicht gegeben. Als die Kundin anrief, sie brauche ein Darlehen, um das Geld zu verleihen, habe sie ihr geraten, "noch mal darüber zu schlafen". Tage später sei sie mit einem der Angeklagten erschienen, um den Vertrag zu unterschreiben. Der 26-Jährige bekam 6000 Euro als Darlehen, das habe er für seine Trinkhalle in Wesel benötigt. Die Bankangestellte sagte, sie habe die Kundin darauf hingewiesen, dass sie damit rechnen müsse, das Geld zu verlieren. Anfang 2015 sei auch der der Beihilfe zum Mord angeklagte Sohn von E. bei ihr gewesen. Er habe über Geld verfügen und die Wohnung verkaufen wollen. Das sei nicht möglich gewesen, weil es keinen Erbnachweis gab.

Zwei Sachverständige gaben gestern ihr Gutachten über den Trinkhallenbesitzer ab, der sich wegen Anstiftung zum Mord verantworten muss. Er soll seine Brüder mit dem Mord beauftragt haben, weil die Mutter das Geld zurückverlangte. Die Gutachter sahen keine Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit.

(BL)
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