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Niederrhein
Museum: Glashalle hat wieder eine Lichtdecke

Niederrhein. Im Duisburger Lehmbruck-Museum gehen die denkmalgerechten Sanierungsarbeiten voran. Von Ingo Hoddick

Ab sofort ist der zweiflügelige Ursprungsbau des Lehmbruck-Museums wieder in allen Teilen und Räumen geöffnet. Weil die Lichtdecke in der Glashalle erneuert wurde, musste dieser Gebäudeabschnitt während des gesamten Monats Oktober geschlossen bleiben.

Ursprünglich waren über dieser Decke Lichtkuppeln, die auch Tageslicht hereinließen, aber bei der Asbestsanierung 1987 entfernt wurden. Die bisherigen Deckenplatten wogen bis zu 16 Kilogramm und ruhten auf sechs mal sechs Zentimeter kleinen Plättchen. Im März 2012 wurden sie wegen Sicherheitsbedenken abgenommen. Nach fast 50 Jahren seit der Eröffnung des Museums war der lichtdurchlässige Kunststoff spröde und rissig geworden. Ohne die Platten konnte man auf das Raumfachwerk der Dachkonstruktion blicken, was viele an eine Industriehalle erinnerte.

Die 451 neuen Platten aus einem Millimeter dünner Polymer-Folie aus dem Ladenbau sind auf Aluminium-Rahmen gespannt und wiegen nur noch vier Kilogramm, sind schwer entflammbar und tropfen im Brandfall nicht ab. Nun erscheint der Raum, in dem wichtige Werke der Skulptur des 20. Jahrhunderts ihren Platz haben, beruhigt. Er strahlt wieder die konzentrierte Geradlinigkeit aus, die der Architekt Manfred Lehmbruck - Sohn des in Duisburg geborenen Bildhauers Wilhelm Lehmbruck, der in diesem Museum hauptsächlich ausgestellt ist - bei seinem Entwurf vor Augen hatte. "Man riecht es auch", freut sich Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla.

Zwischen den Platten leuchten Strahler von der sieben Meter hohen Decke herab. Die Erneuerung der Lichtdecke durch das Immobilien-Management Duisburg kostete insgesamt 260.000 Euro, die Hälfte davon kam aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm IV der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Die denkmalgerechte Sanierung des Hauses schreitet weiter voran. Es wurden neue Außentüren eingebaut, am Haupteingang eine automatische Schiebetür, so dass das Museum jetzt wirklich dicht ist. Die äußeren Stahlrahmen wurden entrostet. Zurzeit entsteht auch der Erweiterungsbau in alter Schönheit. Ab 3. Dezember sind hier wieder Meisterwerke des Expressionismus und Meilensteine der Kunstgeschichte von der Arte Povera über Minimal Art bis zur Pop Art zu besichtigen. Nur das "Iglu" von Mario Merz wird fehlen, weil es den Raum zu sehr dominierte.

Quelle: RP
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