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Wesel
Musikschul-Bläser bestens aufgelegt

Wesel. Das ist ja wohl eine Sternstunde, wenn die Instrumentalisten und alle Hörer mit leuchtenden Augen nach einem Konzert den Saal verlassen! So geschehen am Dienstagabend in der Aula der Musik- und Kunstschule. Andrea Kramer und ihre jungen Blasmusikschüler entführten das selbstvergessen lauschende, den ganzen Raum füllende Publikum ins Reich der Kunst; auf jeden Fall so weit, wie Schwingungen der Welt über dem routinierten Alltag zu ahnen sind. Und das bei knapper Stundenzahl und täglichem Pendeln zwischen mehreren Musikschulen, vier Kindern zu Hause, glücklicherweise mit verständnisvollem Ehemann und stets hilfsbereiten Großmüttern. Chapeau! Von Hanne Buschmann

Was schon vorher auffiel: die Disziplin der Jugendlichen und der Gäste, nicht eine erbetene, sondern die ganz natürliche, humane in Erwartung eines Festes. Offenbar eine verinnerlichte Haltung. Und dann legten sie los, die "Jungen Bläser" zuerst. Es war Musik von Anfang an, kein Gewirk aus Noten - es war Klang, geboren aus Tönen und Rhythmen des allgegenwärtigen Lebens. "Voluntary" von Jeremiah Clarke war angesagt. Aber "Zum Geburtstag viel Glück" blies die muntere Schar. Julia wurde just an diesem Tag zwölf Jahre alt. Feier zu Hause? Nichts da, sondern Konzertieren im Orchester. Kuchen von der Dirigentin und "Voluntary". Dann "Mambo", die Eurovisionsfanfare und "Freude, schöner Götterfunken". Mit "Rock around the clock" zurück in den nun erhellten Tag.

Das "Jugendblasorchester", alle in schlichtem Schwarz, die "Großen" also, begannen mit "Soul Bossa Nova", boten danach "Adele in concert", herrlich jazzig schräg mit zarten melodischen Zwischenspielen, das Ganze zu einer heutigen Klangsprache steigernd. Kein Gewummer. Auch nicht bei der Filmmusik von John Williams, sehr wohl schmissige Takte und eine feine Soloflöte, glänzende Fanfaren und verzaubernde Takte einer Piccoloflöte. Musik aus Fernsehserien war zum Raten da für die zuhörenden Kinder; Krokodilrock; Cha-cha-cha. Nebenbei stellten sich die "Jungen Bläser" hinter dem Blasorchester auf für "Pennsylvania 6-500". Aus! Für das Konzert und nach einem Jahr erkennbar exzellenter Arbeit von Kramer. Aber Beruf, Familie und die eigene Kraft... Für die Horn-Klasse bleibt Andrea uns erhalten.

Quelle: RP
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