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Wesel
Nabu-Chef will mehr Kontrollen am Deich

Wesel: Nabu-Chef will mehr Kontrollen am Deich
Nabu-Chef Peter Malzbender versteht nicht, dass vor allem Angler das Verbotsschild in Bislich Vahnum ignorieren und dass die Schranke nicht zu ist. FOTO: Malz
Wesel. Freilaufende Hunde, überdüngte Wiesen und Angler, die durch Schutzgebiet fahren, ärgern Peter Malzbender. Von Klaus Nikolei

Wer Peter Malzbender kennt, weiß, dass der Weseler keinem Konflikt scheut, wenn es letzten Endes dem Schutz der Natur dient. Klar, das ihm alles, was seine ehrenamtliche Arbeit behindert beziehungsweise sein Ziel gefährden könnte, zuwider ist. "Mich nervt, dass beispielsweise im Bereich der Schutzgebiete in Bislich so vieles im Argen liegt. Dabei könnte man mit so wenig Aufwand so viel erreichen." Doch was meint der Vorsitzende des Naturschutzbundes im Kreis damit? Die RP hat sich mit Malzbender verabredet und mit ihm die größten Problembereiche angeschaut.

Beispiel Marwick/Natostraße Radler, die von Wesel aus über den Deich Richtung Bislicher Fährkopf fahren, dürften die Ecke kennen: Von der Straße Marwick führt ein gepflasterter Weg Richtung Rhein - die Natostraße. Eine Schranke verhindert, dass hier Autos fahren. Aber für Spaziergänger mit Hunden ist die Schranke kein Hindernis. Malzbender redet sich schnell in Rage. "Das ist nicht zu glauben. Hier ist am Zaun der Stacheldraht hochgezogen worden, so dass Hunde auf die wunderbare Blumenwiese laufen und Bodenbrüter aufschrecken. Das kann nicht sein." Das Problem könnte gelöst werden, indem das Schutzgebiet mit vergleichsweise engmaschigem "Schafsdraht" eingezäunt würde und auch die Tore immer wieder sofort geschlossen würden. "Das Problem ist", sagt Malzbender, "dass die Untere Landschaftsbehörde beim Kreis Wesel lediglich einen Außendienstmitarbeiter hat, der das hier kontrollieren könnte."

Beispiel Störche An zwei Storchenpaaren mit acht Jungtieren erfreuen sich die Bislicher derzeit. Dass sich die majestätischen Vögel hier wohlfühlen hat nach Überzeugung von Malzbender mit dem Nahrungsreichtum zu tun. Auf den Weisen links und rechts des Deiches finden sie Feld- und Wühlmäuse, Regenwürmer, Frösche etc. "Doch wenn die Flächen weiterhin mit Gülle gedüngt werden, wird die Nahrung knapp", befürchtet Malzbender und fordert ein Umdenken.

Beispiel Abschnitt Deutsches Eckbis zum Stummen Deich Vor allem an schönen Wochenenden gehen zahlreiche Angler am Rheinufer ihrem Hobby nach. Viele kommen aus dem Ruhrgebiet oder reisen aus dem Hochsauerlandkreis an. Was Malzbender die Zornesröte ins Gesicht treibt ist die Tatsache, dass die Angler durch Naturschutzgebiete stapfen, zum Teil über Trampelpfade bis zum Strom fahren. "Dabei wissen alle aus den Karten des Rheinfischerverbandes, dass sie nur an ausgewählten Stellen angeln dürfen. Doch weil nicht kontrolliert wird, widersetzen sie sich einfach den Regeln." Würden Anlieger und Landwirte beispielsweise im Bereich Vahnum konsequent Schranken und Tore schließen, wäre das Problem geringer. "Es ist halt wie immer, es fühlt sich niemand verantwortlich", sagt Malzbender. Trotzdem wird er nicht müde, für den Schutz der Natur zu kämpfen. Er kann halt nicht anders.

Quelle: RP
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