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Kreis Wesel
Nach Facebook-Hetze: Kreis-FDP will Thomas Heiskes Parteiaustritt

Kreis Wesel. Das Schermbecker FDP-Ratsherr Thomas M. Heiske soll aus der FDP austreten und sein Ratsmandat in Schermbeck abgeben. Diesen einstimmigen Beschluss fassten Samstag die 80 stimmberechtigten Mitglieder auf dem Kreisparteitag in der Weseler Gaststätte Schepers. Den Beschluss konnte Vorsitzender Dr. Michael Terwiesche dem Schermbecker nicht persönlich mitteilen, denn dieser war als einer von vier Schermbecker Delegierten nicht erschienen. Schermbeck wurde durch Simon Bremer, Bernd Kleinsteinberg und Detlef Rudatus vertreten.

Es gab keinerlei Einwände, kurzfristig einen Dringlichkeitsantrag aufzunehmen, der sich mit menschenverachtenden Facebook-Eintragungen Heiskes befassen sollte. "Ich bin völlig fassungslos", gestand Terwiesche, nachdem er eine 14-seitige Zusammenstellung von Heiskes Postings von der RP erhalten hatte. Heiske hatte mehrere Monate lang auf seiner Facebook-Seite seinen etwa 550 "Freunden" Äußerungen zu Flüchtlingen und deutschen Politikern gepostet, die von der Versammlung ohne jegliche Einwände als "inakzeptables Mittel der politischen Auseinandersetzung" verurteilt wurden. Auch während der Behandlung des Antrages gab es keine Rednerbeiträge, die auch nur ansatzweise Verständnis für das Handeln Heiskes gezeigt hätten. "Was Thomas Heiske da von sich gab, ist Lichtjahre vom liberalen Gedankengut entfernt", leitete Terwiesche die Serie von Statements ein, die sich in der Kernaussage weitgehend deckten. Am umfangreichsten äußerte sich der Weseler Friedrich Eifert, der mit sehr viel Applaus bedacht wurden. "Die Äußerungen sind widerwärtig", stellt Eifert fest. Wer sich so in niederträchtiger Weise zu Menschen des öffentlichen Lebens und auch zur Politik politischer Mitbewerber äußere, dem fehle demokratisches Verständnis. "Freiheit und Verantwortung der FDP werden anders definiert, als Thomas Heiske dies vorführt", ergänzte Eifert. Vollkommen unverständlich werde es, wenn Vertreter des Ortsverbandes Schermbeck sein Verhalten noch billigten. Eifert wandte sich an den Vorsitzenden der FDP-/VWG-Kreistagsfraktion Heinz Dams mit der Bitte, dafür zu sorgen, dass Thomas Heiske dort die Funktion als sachkundiger Bürger aufgeben müsse. "Ich fordere Heiske auf, sich hier nie wieder blicken zu lassen", schloss sich der Weseler Peter Berns an und sagte, dass die Äußerungen "der absolute Tiefstand" dessen seien, was er in 40 Jahren in der FDP erlebt habe.

Telefonisch teilte Heiske unserer Zeitung nach dem Kreisparteitag von unterwegs mit, dass er sich zum Parteitagsbeschluss nur schriftlich äußern werde und diese Stellungnahme frühestens heute abgeben werde. Als Vorsitzender der Schermbecker FDP teilte Marc Terstegen Samstagnachmittag mit, dass man in einer zeitnahen Sitzung des Ortsverbands-Vorstandes dem stellvertretenden Vorsitzenden Heiske die faire Gelegenheit geben wolle, sich zu dem ganzen Sachverhalt zu äußern. Danach solle vom gesamten Ortsverband eine Entscheidung getroffen werden.

(hs)
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