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Wesel
Netzwerk soll Flüchtlinge in Arbeit bringen

Wesel. Nach Emmericher Vorbild sollen Arbeitgeber, Arbeitsagentur und Sozialamt in Wesel kooperieren.

Emmerich macht's vor, Wesel soll es nachmachen - zumindest, wenn es nach dem Sozialausschuss der Stadt Wesel geht. In der gestrigen Sitzung war dort ein Vorschlag der CDU Thema, laut dem Flüchtlinge durch ein kooperatives Netzwerk aus Unternehmen, dem Agentur für Arbeit und dem Sozialamt mehr und bessere Chancen bekommen zu arbeiten. Das Emmericher Modell eines "Runden Tischs" brachte bisher mehrere Flüchtlinge in Praktika.

Martin Nowack, Arbeitsvermittler bei der Agentur für Arbeit Kleve und dort zuständig für Flüchtlinge, stellte auf Einladung der Verwaltung das Emmericher Modell vor - verwies jedoch auch auf "organisatorische Hürden". Grundlage für jede Arbeitsvermittlung sei zunächst, dass Flüchtlinge eine Bescheinigung vorweisen können, einen Asylantrag gestellt zu haben. Für eine Vermittlung durch die Arbeitsagentur ist zudem mindestens eine "Aufenthaltsgestattung" oder "Duldung" nötig, für Hilfe vom Jobcenter sogar eine "Aufenthaltserlaubnis". Die Agentur für Arbeit könne nur beraten und Hilfestellung leisten. Der Impuls zur Gründung eines Unternehmernetzwerkes, dass es Flüchtlingen erleichtert, in Arbeit oder Praktika zu kommen, müsse von den Arbeitgebern ausgehen, "nicht von Stadt, Rat oder Arbeitsagentur".

Der Erste Beigeordnete, Daniel Kunstleben, sagte, dass das Thema "zu gegebener Zeit" auch im Wirtschaftsausschuss aufgegriffen werden müsse. Auch das Unternehmerfrühstück sei der richtige Ort dafür. Als "leuchtendes Beispiel" für Integration durch Arbeitgeber lobt er den ASG und deren Grünpflegeprojekt mit Flüchtlingen hervor.

Im gestrigen Ausschuss gab es auch Neues zum Thema Flüchtlingszuweisungen: Sozialamts-Chef Hans-Joachim Zache erklärte, dass das Land signalisiert hatte, dass Wesel "in der zweiten Jahreshälfte" wieder mit Zuweisungen rechnen müsse. Die Stadt hab sich aufgrund des Leerstandes (Wesel wäre nach der Quotenregelung momentan zur Aufnahme von insgesamt 324 weiteren Flüchtlingen verpflichtet) in diesem Fall zu einer Aufnahme von zehn Personen pro Woche, laut Zache "vorrangig Familien", für je zehn Wochen bereiterklärt.

(bur)
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