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Hamminkeln
Neue Brücke rundet Schlosspark ab

Hamminkeln. Der Heimatverein Ringenberg setzte auf Selbsthilfe, um den maroden Übergang zu erneuern. Derzeit läuft die Apfelernte im Park. Einziges Problem ist nur die Gastronomie. Das Restaurant soll Januar 2017 wieder eröffnet werden. Von Thomas Hesse

Nachdem die alte Holzbrücke, die vom Wolfsdeich in den Ringenberger Schlosspark führte, nicht mehr sicher war, hatten sich die Mitglieder des Heimatvereins Ringenberg entschlossen, eine neue Brücke in Auftrag zu geben. "Diese ist nun fertiggestellt und wird heute um 18 Uhr der Öffentlichkeit in einer kleinen Feier übergeben", sagt Christof Schmidt-Rotthauwe, der Vorsitzende des Heimatvereins Ringenberg. Die neue Schlossgartenbrücke bestehe aus verzinktem Eisen, so sei eine lange Haltbarkeit garantiert. Damit wird der idyllische Park nicht nur seinen Zugang zum Bereich Wolfsdeich behalten, sondern auch als Gesamtensemble gewinnen. Dort, im bäuerlichen Teil des Gartens, stehen auch Apfelbäume. Die Früchte sind gefragt bei der Obstkelterei van Nahmen, derzeit wird geerntet. Dennoch hat der Charme des 1661 vollendeten Schlosses Risse: Das Restaurant im Keller steht weiter leer. Anfang 2017, so glaubt, Schmidt-Rotthauwe, werde ein neuer Pächter wieder Geschmack aufs Schloss machen.

Der Heimatverein ist zunächst froh, dass die neue Brücke, die zweite im Park, steht. Die andere Brücke ist eine gebogene Eisenbrücke, die neue ist gerade. "Das hat damit zu tun, dass wir Metallgeländer schon hatten bauen lassen, als sich bei Überprüfungen herausstellte, dass die Tragekonstruktion nicht mehr standfest war. Die Stadt hätte eine neue Brücke für 12.000 Euro bauen können, hatte aber kein Geld. Für uns war das auch nicht finanzierbar. Wir haben in Selbsthilfe für Ersatz gesorgt und die vorhandenen Geländer genutzt", sagt der Vorsitzende. Schmiedemeister Christian Keiten half ebenso wie Holz Pieper und die Volksbank. So entstand in Eigenleistung eine plane Brücke aus Eisen und Holz.

Vereinsmitglieder und Helfer sind aktuell mit der Apfelernte im Schlossgarten beschäftigt. 400 bis 500 Kilogramm sind schon bei van Nahmen angelangt, eine Tonne Äpfel werden es wohl werden. Teils sind die Bäume so schwer behangen, dass sie gestützt werden müssen. Die Obstkelterei liefert dafür Stützholz. Mitte Oktober folgt Teil zwei der Ernte, dann wird der Boskoop eingeholt - diesmal mit Hilfe eines Rüttlers. "Der Park ist ein besonderer Ort für Ringenberg, ein solches Anwesen muss gut gepflegt werden", sagt Schmidt-Rotthaue. Entstanden ist der 12.000 Quadratmeter große Park in seiner jetzigen Form, als die Stadt das Schloss übernahm und der Heimatverein den Dreiklang Parkbereich, bäuerlicher Garten mit Apfelbäumen und sich selbst entwickelnde ökologische Nische einrichtete. Die Wiese und der freie Teil werden heute auch für Feste und Aktionen genutzt.

Dies funktioniert, Sorgenkind ist aber die Gastronomie, nachdem der Pächter des J-Restaurants urplötzlich hingeschmissen hatte. Inventar und Küchenausstattung sind weiter vorhanden. "Es gibt viele Interessenten, der Mietpreis ist attraktiv. Alle finden den Ort gut, aber nicht jedes Konzept passt. Einige wollten Kunden busweise holen. Doch wir brauchen auch Ruhe für die Künstler im Schloss", sagt Schmidt-Rotthauwe, diesmal aus dem Blickwinkel des Vorsitzenden der Baegert-Gesellschaft. Zum Beispiel gebe es die Idee eines Weinrestaurants, dies passe zum Gewölbekeller. Gut in Schuss sei das Restaurant. Die Stadt habe als Eigentümer einen Fachgutachter eingeschaltet, gefundene Feuchtigkeitsstellen seien beseitigt. "1. Januar 2017 ist der richtige Zeitpunkt für neue Gastronomie im Schloss", sagt der Ringenberger.

Quelle: RP
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