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Wesel
Neue Pläne fürs Esplanade-Center

Wesel: Neue Pläne fürs Esplanade-Center
Fühlt sich an seiner neuen Wirkungsstätte, für die er sich ganz bewusst entschieden hat, sehr wohl: der neue Saturn-Geschäftsführer Falk Blättgen (36). FOTO: K. Nikolei
Wesel. Die Wirtschaftsförderung und die Eigentümer des Innenstadt-Einkaufszentrums arbeiten an einem Konzept, wie die Dauerleerstände Bowlingbahn und Fitnesscenter verschwinden könnten. Das ist ganz im Sinne des neuen Saturn-Chefs. Von Klaus Nikolei

Vor fast genau 14 Jahren ist das Esplanade-Center in der Weseler Innenstadt eröffnet worden. Auf den ersten Blick scheint alles in Ordnung. Doch wer genauer hinsieht, stellt fest, dass ein Großteil der Flächen leerstehen. Seit Monaten geschlossen ist zum einen die Filiale der insolventen Bäckereikette Karl aus Hünxe an der Ecke Esplande/Kreuzstraße. Und seit Jahren tut sich im 1. und im 2. Obergeschoss überhaupt nichts. Das frühere Fitnesscenter WOF und auch die einst so beliebte Bowlingbahn sind verwaist. Doch soll sich dieser Zustand in nächster Zeit zum Positiven verändern. Davon jedenfalls geht Wesels Wirtschaftsförderer Johannes Opgen-Rhein aus.

Auf Anfrage unserer Redaktion erklärt er, dass man sich in "intensiven Gesprächen" mit dem Eigentümer befindet. Das Esplanade-Center gehört der FORE (Family Office Real Estate). Dahinter verberge sich aber keine "Heuschrecke" oder ein Hedgefonds, sondern, wie der Wirtschaftsförderer betont, "eine internationale Familie, die weltweit Geld unter anderem in Immobilien anlegt." Man arbeite gemeinsam an einem Konzept, wie die oberen Etagen am besten genutzt werden könnten. Eine innere Umgestaltung sei Teil der Überlegungen. "Das Ziel, das wir von der Wirtschaftsförderung ganz massiv unterstützen, ist eine Vollvermietung. Und bis zum Ende des Jahres hoffen wir, die Verhandlungen zu einem guten Ende gebracht zu haben", betont Johannes Opgen-Rhein.

Dass sich im Esplanade-Center etwas tut, ist zweifelsohne auch im Interesse von Ankermieter Saturn. In der Filiale hat vor wenigen Wochen mit Falk Blättgen (36) ein neuer Geschäftsführer die Verantwortung übernommen. Der Diplom-Kaufmann aus Mülheim war bis September 2015 bei Saturn im Essener Einkaufszentrum Limbecker Platz tätig. Für die Führungsposition in Wesel hat sich der verheiratete Vater von vierjährigen Zwillingen ganz bewusst entschieden. "Ich habe hier ein tolles Team vorgefunden und einen Standort mit vergleichsweise wenig Konkurrenz", sagt der smarte Geschäftsführer, der so oft es geht selbst im Verkauf tätig ist. "Der Kontakt zu den Kunden gefällt mir", sagt Falk Blättgen, der seine berufliche Karriere einst im Sheraton Essen als Hotelfachmann-Azubi begonnen hat und später auch als Empfangschef tätig war.

Zwei Jahre lang wurde er auf seine Aufgabe vorbereitet, hat dabei mehrer Filialen in NRW kennengelernt. Unter anderem auch die Weseler mit ihren mehr als 40 Mitarbeitern. Die Kreisstadt gefällt ihm. Besonders auch die neue Fußgängerzone. "Ich war überrascht, wie viele hochwertige Fachgeschäfte hier noch existieren. Das gibt es im Ruhrgebiet nicht mehr so oft." Bedauerlich findet er nur, dass samstags die meisten Händler schon recht früh zumachen und Saturn nicht ganz so zentral liegt. "So fehlt uns nämlich ein bisschen die Laufkundschaft." Anders als in Essen, würden die Menschen hier ganz gezielt zu Saturn kommen - und meist auch etwas kaufen. "Die wissen in aller Regel schon, was sie wollen, sind sehr zielorientiert."

Dass der Umsatz in den nächsten Wochen und Monaten weiter steigt, davon ist er überzeugt. Und das hat nicht nur mit dem Vorweihnachtsgeschäft zu tun. "Wir haben gegenüber dem Internethandel den Vorteil, dass wir durch individuelle Beratung und Fachkompetenz punkten können. Wir wollen begeistern, Emotionen wecken. Und weil wir wollen, dass die Kunden wiederkommen, legen wir besonders großen Wert auf Freundlichkeit."

Wenn irgendwo ein Chef neu beginnt, bringt er in aller Regel eigene Ideen mit. Falk Blättgen beispielsweise plant unweit der Kassen - dort standen bis vor Kurzem E-Bikes - eine sogenannte Innovationsfläche. Dort will er künftig Neuheiten ausstellen. Gefragt nach den Technik-Trends, überlegt der Geschäftsführer einige Sekunden. Neben extrem flachen TV-Geräten und dem neuen Smartphone seien "Drohnen ein ganz großes Thema. Und Akku-Staubsauger".

Quelle: RP
 
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