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Hamminkeln
Neue Zahlen für Gesamtschule liegen vor

Hamminkeln. Als CDU-Chef Norbert Neß beim Parteitag in Dingden ein erneutes Bekenntnis der Christdemokraten zum Doppel-Gesamtschulstandort Hamminkeln und Dingden abgab, war der konkrete Anlass nicht ersichtlich. Doch vom Himmel fallen solche Aussagen nicht, und so war es auch in diesem Fall. Denn in der interfraktionellen Runde legte die Verwaltung jetzt den Fraktionschefs neue Kostendaten vor. Bisher hatte es immer Kritik an einer "Synopse" nur mit überschlägigen Kosten gegeben. Die hatte den Ausbau des Schulstandorts Hamminkeln und die Beibehaltung des Doppelstandorts Hamminkeln und Dingden finanziell klar bevorzugt. Das Ergebnis wurde politisch angezweifelt. Nun stellt sich nach einer Kostenexpertise durch das Dingdener Unternehmen Geuting & Peters heraus: Es gibt viele Unterschiede zur Erstberechnung, in der Summe wird der Vorsprung der zentralen Lösung geringer - je nachdem aber, wie man rechnet. Jedenfalls nicht so viel, dass das Pendel für eine zentrale oder doppelte Schullösung ausschlägt. Bürgermeister Bernd Romanski hat Optionen im Ärmel - welche, ist noch unklar. Von Thomas Hesse

Die Fraktionen sind nun am Zug, hinter den Kulissen wird schon verhandelt. Eile ist nur bedingt nötig, denn die Anmeldezahlen zur Gesamtschule waren zuletzt nicht so, dass sie Zeitdruck erzeugt hätten. Dennoch steht neben den Kosten noch der Ratsbeschluss im Raum, Info-Veranstaltung und Elternbefragung durchführen zu lassen.

Die Kostenuntersuchung umfasste die Varianten mit und ohne Dingden für Neubauten, Erweiterungen und Instandsetzungsmaßnahmen, nicht die Raumplanung insgesamt. Für Dingden gibt es dazu einen neuen Vorschlag, die geforderten Räume zu schaffen und das bestehende Gebäude zu nutzen. Diese dritte Variante gerät kostengünstiger, macht den Vergleich aber schwieriger. Weitere Schwierigkeit: Schülerfahrtkosten fallen an sowie der Erlös für den Verkauf der Dingdener Schule, wobei auch andere Szenarien für die Liegenschaft denkbar sind. Nach Angaben von Schuldezernent Jürgen Palberg waren im früheren Kostenvergleich 6,6 Millionen für Hamminkeln und Dingden genannt worden, während die zentrale Lösung Hamminkeln mit Erweiterungsbauten 5,8 Millionen kosten sollte. Der Verkaufserlös hinzugerechnet, wäre Hamminkeln sogar mit 2,4 Millionen vor dem Doppelstandort gewesen. Diese Differenz soll im neuen Vergleich auf knapp 1,2 Millionen geschrumpft sein, wie es hieß, in der Variante drei auf knapp unter eine Million. Dazu kommt: Ob die Stadt das Areal nach Auslaufen der Schule zügig vermarkten will, weiß keiner. Vorher steht der alte Sportplatz in Dingden an, wo auf drei Jahre befristet Container für Flüchtlinge stehen.

Romanski und Palberg wissen um die heikle politische Konstellation. USD und CDU wollen Dingdener Kernwähler pflegen. "Ich habe aus dem interfraktionellen Gespräch mitgenommen, dass man eine möglichst große Konsenslösung will", sagt der Bürgermeister. Es gebe mehrere Optionen, da sei die Vorfestlegung von Neß "wenig hilfreich". Die Überprüfung der Zahlen sei wie gewünscht erfolgt, für Erlöse durch Grundstücksverkauf sehe er "einen Ansatz".

Quelle: RP
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