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Wesel
Neuer Anlauf für Erhalt des Kieswerks

Wesel: Neuer Anlauf für Erhalt des Kieswerks
Blick vom Kieswerk Richtung Wesel: Die Grünlandflächen im Hintergrund sollen ausgebaggert werden. FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Wesel. Breite Unterstützung für Hülskens: Wie die CDU, so setzt auch die SPD auf eine Abgrabungserweiterung bei Ginderich. Von Fritz Schubert

Die Kiesindustrie hat in der Stadt einen hohen Stellenwert. Das ist kein Geheimnis. Hartnäckig, aber bislang erfolglos waren die politischen Bemühungen für den Erhalt des Hülskens-Kieswerks Pettenkaul bei Ginderich. Nun wird mit breiter Unterstützung ein neuer Anlauf gestartet, denn genehmigungstechnische Hürden scheinen ausgeräumt zu sein. Wie die CDU (RP berichtete), so setzt sich auch die SPD dafür ein, die Aufnahme der geplanten Erweiterungsflächen in den neuen Regionalplan mit einer Resolution der Stadt Wesel zu befeuern. Landtagsabgeordneter Norbert Meesters und Fraktionsvorsitzender Ludger Hovest untermauerten dies gestern mit einem Besuch im Kieswerk bei Dr. Rudolf Koß, Wolfgang Spittka und Jürgen Bovenkerk.

Hintergrund: Bisherige Erweiterungspläne für die Abgrabung scheiterten an wasserrechtlichen Bestimmungen. Dieser Konflikt scheint beseitigt, denn das Wasserschutzgebiet westlich ist mittlerweile ausgewiesen und die Hülskens-Planung wurde geändert. Und zwar nach Nordosten in Richtung Fernsehturm, wo es nun keine Beschränkungen mehr gibt. Zudem schrumpfte die Fläche von einst gewünschten 160 auf 75 Hektar. Wesentlich für eine realistische Chance ist aber, dass der Regionalplan Ruhr neu aufgestellt wird. Vor einigen Jahren wurde ein Zielabweichungsverfahren beim Regionalverband unter besagten anderen Voraussetzungen noch verneint. Dabei wurde der Stadt aber auch signalisiert, dass sie bei der Planneuaufstellung ihr Anliegen wieder einbringen kann. Das soll sie nach Willen von CDU und SPD jetzt auch tun. Und zwar schnell. Der Faktor Zeit spielt eine große Rolle. Aus der Abgrabung Pettenkaul durfte laut Wolfgang Spittka nur bis zum 31. Dezember 2015 Material entnommen werden.

Das Werk wird zurzeit mit Kies und Sand aus Anlagen in Alpen und Xanten betrieben. Dies geht aber nur noch zwei Jahre so weiter. Verarbeiten kann die Produktionsstätte 1,6 Millionen Tonnen im Jahr, sagt Dr. Rudolf Koß, Geschäftsführer Technik bei Hülskens. Sollte es grünes Licht für die Erweiterung geben, würde eine kleinere Anlage mit einer Kapazität von einer Million Tonnen an etwas anderer Stelle gebaut werden. Laufen würde diese dann für etwa 15 Jahre, betrieben würde sie mit 40 Mitarbeitern "von der Schlosserei bis zum Büro" (Koß). Die laufende Anlage wird mit 50 Leuten geführt.

Waren 2008 noch etwa 315 Menschen allein in der Kiesparte des Unternehmens beschäftigt, so setzten ihm ausbleibende Genehmigungen in der Folge immer mehr zu (RP berichtete). Beinahe traumatisch wirkte sich 2013 auf Inhaber wie Belegschaft aus, dass es in der 120-jährigen Geschichte des Hauses erstmals betriebsbedingte Kündigungen gab. Zurzeit sind 185 Menschen in der Kiessparte beschäftigt.

Ludger Hovest und Norbert Meesters hoffen für die Resolution zur Pettenkaul-Erweiterung auf ein eindeutiges Signal des Stadtrates. Die CDU ist auf jeden Fall dabei.

Quelle: RP
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