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Schermbeck
Neuer Anlauf: Jetzt "brodelt" es in Sundern

Schermbeck: Neuer Anlauf: Jetzt "brodelt" es in Sundern
Ralph Brodel (SPD) aus Schermbeck ist in Sundern gemeinsamer Bürgermeisterkandidat für gleich fünf Parteien. FOTO: hs
Schermbeck. Ralph Brodel, zuletzt SPD-Kandidat in Schermbeck, will am 13. September im Hochsauerland Bürgermeister werden. Von Fritz Schubert

Ralph Brodel kann's nicht lassen. Kaum im Kommunalwahlkampf 2014 dem neuen Schermbecker Bürgermeister unterlegen, steckt er schon wieder mitten im nächsten Rennen um den Spitzenjob in einem Rathaus. Diesmal steht es in Sundern im Hochsauerlandkreis. In Schermbeck hatte Brodel im vergangenen Jahr 25 Prozent für die SPD geholt, während Mike Rexforth (CDU) mit 57 Prozent unmittelbar Ernst-Christoph Grüter im Amt beerbte. Rein rechnerisch könnte es in Sundern anders ausgehen. Denn die CDU büßte beim Urnengang im Mai 2014 in ihrer Hochburg sieben Prozentpunkte und die absolute Mehrheit ein, kam bei der Ratswahl auf 49,8 Prozent. Nun gibt es ein Bündnis "Zukunft Sundern". SPD, Grüne, FDP, Linke und Wisu (Wir sind Sundern) schicken gemeinsam den Genossen Brodel in den Ring gegen Kerstin Pliquett. Fast übrigens eine Parallele zu Hamminkeln, wo FDP und USD den SPD-Mann Bernd Romanski mitragen. Fast, denn Kerstin Pliquett ist parteilose Frontfrau der CDU in Sundern, während CDU-Kandidatin Roswitha Bannert-Schlabes in Hamminkeln der Partei auch angehört.

Ralph Brodel wohnt weiter in Schermbeck, war zuletzt zweimal wöchentlich in Sundern präsent und ist seit Montag täglich dort. Beworben hat er sich um die Kandidatur, weil die fünf Parteien des besagten Bündnisses diese ausgeschrieben hatten. Dazu reichte er sein auch in Schermbeck genutztes Programm ein mit den drei Schwerpunkten: mehr Mit- als Gegeneinander, Transparenz und Umbau zur Bürgerkommune.

Am 10. Juni gab es in den Räumen des Tagungszentrums des Landessportbundes in Sundern-Hachen gleich fünf Nominierungsparteitage nebeneinander. SPD, Linke und Wisu riefen Brodel mit einer jeweils hundertprozentigen Zustimmung zum Kandidaten aus, 92 Prozent gab es bei der FDP und etwas über 90 von den Grünen.

Gefragt nach seinen Chancen, sagte Ralph Brodel, dass sie wohl bei 50:50 liegen: "Hundert Stimmen können entscheiden." Sollten die Sunderner ihn zum ersten Bürger ihrer Kommune machen, dann sind seine Tage in Schermbeck gezählt. "In dem Fall werde ich mit der Familie umziehen und auch einige Ämter und Funktionen abgeben", sagte Brodel gestern im RP-Gespräch. Das wären der Sitz im Schermbecker Rat, sein Posten im Landesvorstand der Arbeitsgemeinschaft Selbstständige (AGS) in der SPD und auch die Geschäftsführung in der eigenen Firma, der Agentur I-Dear in Bochum. Brodel: "Bürgermeister ist ein 24/7-Job - 24 Stunden am Tag / sieben Tage die Woche."

Die Schermbecker Genossen hat Brodel, der seit der Kommunalwahl 2014 auch im Rat sitzt, natürlich über seine Ambitionen in Sundern informiert. Jörg Juppien, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, findet es zunächst einmal gut, dass Brodel sich für die freie Kandidatenstelle beworben und "starke Ergebnisse" für die Nominierung bekommen hat. "Er soll es gerne tun. Unsere Unterstützung hat er", sagte Juppien im RP-Gespräch.

Auch Doris Schiewer wünscht Brodel "persönlich viel Erfolg", doch hat sie als Vorsitzende der SPD-Fraktion im Schermbecker Rat auch deren Situation vor Augen. "Wenn er in Sundern gewinnt, würde es mir leidtun, denn es wäre ein Verlust für uns", sagte Schiewer. "Wenn wir uns im Rat die Bälle zuspielen, ist er schon eine starke Persönlichkeit."

Sollte Ralph Brodel in Sundern am 13. September siegen, dann müsste sein Stuhl im Schermbecker Rat neu besetzt werden. Die erste Nachrückerin, die nach ihrer Bereitschaft zu fragen wäre, ist Eva-Maria Zumprich. Gefolgt von Dieter Michallek.

Quelle: RP
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