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Wesel/Hamminkeln
Neuer Streit um A 3-Anschluss

Wesel/Hamminkeln: Neuer Streit um A 3-Anschluss
Unten die B 70, oben die Autobahn 3: Entsteht hier eine Anschlussstelle? FOTO: Jana Bauch
Wesel/Hamminkeln. Ludger Hovest, Fraktionschef der SPD in Wesel, fordert die neue Landtagsabgeordnete Charlotte Quik (CDU) auf, sich für einen Anschluss "Brünen" auf der Autobahn 3 stark zu machen. Die Weseler CDU sieht die SPD-Stadtchefin in der Pflicht. Von Sebastian Peters

Im politischen Streit zwischen Wesel und Hamminkeln um eine neue A3-Anschlussstelle in Höhe Brünen rüstet die SPD Wesel unmittelbar nach der Landtagswahl verbal auf. Als "Nagelprobe" für die neue CDU-Landtagsabgeordnete Charlotte Quik hat der Weseler SPD-Fraktionschef Ludger Hovest das Thema Autobahnanschluss gestern bezeichnet. Er fordert Charlotte Quik auf, in ihrem Heimatort Brünen darauf einzuwirken, dass eine vernünftige Lösung für eine Ortsumgehung in Brünen gefunden wird, damit endlich die Anschlussstelle kommt. "Frau Quik sollte sich an die Spitze der Bewegung stellen. Daran wird sie sich messen lassen müssen", sagt Hovest. Nur mit einer neuen Autobahnauffahrt gebe es in Wesel eine Entlastung für die Schermbecker Landstraße, die von Wesel aus in Richtung A3 führt.

Seit Jahren gibt es Diskussionen über einen zusätzlichen Autobahnanschluss in Höhe der B 70. Vor wenigen Tagen erst hatte Jürgen Linz, Fraktionschef der Wesel CDU, für den Bau einer Autobahnauffahrt plädiert: "Der Autobahnanschluss an der B70 ist für einen guten Verkehrsfluss im Anschluss an die Weseler Südumgehung von besonderer Bedeutung und Wichtigkeit", hatte er an die Weseler Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (SPD) geschrieben und sie zu Gesprächen mit Hamminkeln aufgefordert.

Ludger Hovest (SPD). Charlotte Quik (CDU). Ludger Hovest (SPD). Charlotte Quik (CDU). FOTO: Jana Bauch

Mit dem Bau einer weiteren Anschlussstelle gäbe es insgesamt drei Auf- und Abfahrten an der A 3 auf einer Länge von rund zwölf Kilometern: 4,1 Kilometer und zwei Autofahrminuten wäre die neue Anschlussstelle Brünen von der Abfahrt Wesel entfernt. Von der Abfahrt Hamminkeln aus wären es 8,8 Kilometer und fünf Autominuten.

Im Bundesverkehrswegeplan ist die Anschlussstelle enthalten - auch mit Blick auf die neue Rheinbrücke und die geplante Umgehungsstraße südlich um Wesel. Ein Anschluss dieser Südumgehung an die A 3 im weiteren Verlauf erscheint Ludger Hovest als sinnvoll. Sein Appell richtet sich auch an die Hamminkelner Politik - und da sitzt mit Bernd Romanski ausgerechnet ein Parteigenosse an der Front.

Romanski, gestern von unserer Redaktion auf die Hovest-Forderung angesprochen, verbittet sich eine Einmischung in Hamminkelner Politik. "Wichtig ist für uns zunächst, dass wir eine Umgehungsstraße um Brünen bekommen." Die bisher vorgesehen Straße nordöstlich um Brünen hält Romanski für nicht sinnvoll. Er glaubt nicht, dass die Lkw und die Motorradfahrer, die in Richtung "Thunderbike" in Hamminkeln unterwegs sind, diese Umgehungsstraße nutzen. Deshalb sollten aus seiner Sicht zunächst Gespräche mit Straßen NRW und dem Bauministerium erfolgen. Ein Problem dabei sei, dass bei Starkregen die Felder, über die eine Umgehungsstraße führen würde, unter Wasser stehen. "Ich habe Hamminkelner Interessen zu beachten." Er sei sich sicher, mit der CDU-Frau Quik gut zusammenzuarbeiten.

Die SPD und ihre A 3-Forderung: Man muss die Aussage auch vor dem Hintergrund der verlorenen Wahl des bisherigen SPD-Landtagskandidaten Norbert Meesters sehen. Am vergangenen Sonntag hatte er die Wahl gegen Charlotte Quik verloren. In der Weseler SPD ist die Enttäuschung über die Niederlage groß. Hovest sieht die Fehler für das auch in Wesel schlechtere SPD-Ergebnis allein beim Land und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. "Hier ist alles richtig gelaufen. Wir haben in Wesel schließlich besser abgeschnitten als auf Landesebene. Die SPD im Land hat nicht mehr die Meinung des Volkes vertreten. Mein Gefühl hat mir schon drei Wochen vor dem Wahlsonntag gesagt, dass wir voll vor die Wand fahren." Die Entscheidung von Hannelore Kraft, ihren SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz während des Wahlkampfs zum Verzicht auf Festlegung der politischen Inhalte aufzufordern, nennt Hovest "grob fahrlässig". Unbenommen davon: Hovest sieht die Notwendigkeit, sich im Dialog mit den anderen Städten und Gemeinden in den nächsten Jahren auf einen neuen SPD-Landtagskandidaten zu einigen. Meesters wäre dann schließlich schon 64 Jahre alt."

Ist die vom Dorf kommende CDU-Kandidatin Quik ein Problem für das städtische Wesel? Hovest sagt: "Wir werden Lobbyismus für Wesel machen und als SPD Frau Quik fordern." Charlotte Quik reagierte übrigens gestern gelassen: "Ich bin natürlich auch für den Autobahnanschluss, die Region und mein Heimatort Brünen können nur gewinnen. Aber es muss eine Lösung im Einklang mit Einwohnerwünschen her." Zunächst müsse streng gerechnet werden.

Quelle: RP
 
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