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Wesel
Niag will ihre Buslinien wirtschaftlicher fahren

Wesel: Niag will ihre Buslinien wirtschaftlicher fahren
Außerhalb der Schulzeiten soll die Haltestelle Martinistraße nur noch von zwei statt wie bisher von vier Linien angefahren werden. FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Mit kleinen Änderungen sollen auf einigen Strecken Doppelfahrten vermieden werden, anderswo soll das Angebot verbessert werden. Von Fritz Schubert

Buslinien wirtschaftlich optimieren und Teile des Angebots ohne Qualitätsverlust verbessern: Klingt nach Quadratur des Kreises, soll aber gehen. Das seit geraumer Zeit mehrheitlich in privater Hand betriebene Verkehrsunternehmen Niag will es versuchen. Helmut Klein-Hitpaß vom städtischen Planungsamt und Günter Schlüter, Leiter der Verkehrsplanung bei der Niag, stellten gestern Abend als Gäste der SPD-Ratsfraktion vor, was die Niag vorschlägt und im Stadtentwicklungsausschuss am 29. April Thema sein wird. Mit kleinen Änderungen im Fahrplan sollen die Linien optimiert werden. Das heißt, dass es einerseits zwar ein reduziertes Angebot geben soll, aber auf bestimmten Strecken eben auch Verbesserungen.

Ein Beispiel wäre die Martinistraße in der Innenstadt, die nacheinander von vier verschiedenen Linien angefahren wird. Dies soll zu Schulzeiten so bleiben, jedoch sollen in bedarfsschwachen Perioden zwei Linien reichen. Ebenso sehen Pläne für die Strecke nach Obrighoven aus, wo eine von drei Linien nicht mehr über die Station Evangelisches Krankenhaus hinaus bis zum Buttendick fahren sollen. In umgekehrter Richtung soll die von Obrighoven und vom Fusternberg kommende Linie 82 nicht mehr bis in die Innenstadt führen, sondern am Bahnhof enden beziehungsweise als Linie 96 weiter unterwegs sein.

Ausgebaut werden soll das Angebot indes, indem zum Neuen Friedhof am Langen Reck künftig eine zweite Linie führt. Auch Bislich (und damit auch die Feldmark und Flüren) könnte künftig besser angebunden werden, wenn der nach Rees fahrende Bus dort nachmittags öfters Station macht.

Auslöser für die angestrebten Änderungen war eine Nachfrage der Weseler SPD, wie die Niag künftig das Hessenviertel (siehe Info-Box) bedienen will. Das führte bei der Niag dazu, grundsätzlich die Weseler Linien auf Eigenwirtschaftlichkeit zu untersuchen. Hintergrund ist unter anderem, dass damit die Niag weiter der Partner bleibt und 2018/2019 eine europaweite Ausschreibung vermieden wird. Mit dem Kreis Wesel, der für den öffentlichen Personennahverkehr Aufgabenträger ist, hat es bereits Gespräche gegeben. Denn die großen Städte sind in Entscheidungen, die sie bei Extrawünschen auch bezahlen müssten, einbezogen.

In einem weiteren Schritt sind die verkehrspolitischen Sprecher der Fraktionen bereits über die Absichten der Niag informiert worden. Rolf Blommen erklärte gestern in seiner Fraktion, dass er die Änderungen für sinnvoll hält. Nach Ansicht von Experten gilt das in Wesel vorhandene Angebot als gut. Allein an der Nachfrage hapert es. Dies wiederum liegt unter andrem an der dichten Struktur in der Stadt. Viele Wege lassen sich zu Fuß erledigen oder mit dem Fahrrad, das mit 29 Prozent maßgeblich am Verkehrsaufkommen beteiligt ist. Niag-Planer Schlüter legte Erhebungen von Zählbussen mit Infrarot-System vor. Die ergaben für manche Verbindung Fahrgast-Durchschnittswerte im Null-Komma-Bereich.

Quelle: RP
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