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Kommentar
Nicht nur zum Abnicken da

Wesel. Schlimmer geht's nimmer. Der Bauverein erkennt an, dass er massiv gegen Aktienrecht verstoßen hat. Es ist ein Anerkenntnisurteil ergangen, der Beklagte erkennt die Klage an - ein seltenes Ergebnis, fast immer wird in den Verfahren hart gerungen. Das heißt: Die Aktiengesellschaft Bauverein hat sich so verhalten wie immer bei Hauptversammlungen, und kaum kommt jemand vorbei, der kritisch nachfragt, entsteht ein Desaster. Der Bauverein muss sich wandeln, aufhören, politischer Selbstbedienungsladen zu sein.

Der schön nach Parteiproporz besetzte Aufsichtsrat muss lernen, dass die Hauptversammlung nicht nur zum Abnicken und Abendessen da ist. Nebenbei: Es ist normal, wenn jemand Aktien kauft und als Aktionär Fragen stellt. Es ist nicht normal, so zu tun, als fallen die Heuschrecken über ein Unternehmen her. So gesehen sind die öffentlichen Beschimpfungen von Aufsichtsrat Hovest kontraproduktiv. Er hat Nebelkerzen geworfen und den klagenden Aktionär noch gereizt.

Er hat eine sich vertragstreu verhaltende Volksbank der Öffentlichkeit zum Fraß vorgeworfen. Er hat skandalisiert, wo kein Skandal war. Warum hat der SPD-Boss das Ablenkungsmanöver der derben Art gewählt? Er will nicht, dass der Bauverein als sein politisches Instrument verloren geht. Kritische Begleiter stören da. Er fürchtet zudem, als Ex-Gesellschaftervertreter der Stadt im Aufsichtsrat belangt zu werden, ebenso wie Jürgen Linz von der CDU, der längst hätte Sitzungsgelder zurückgeben können.

Aufsichtsratschefin Westkamp hätte eingreifen müssen. Fazit: Der Bauverein hat den Schaden, Kungel-Verhältnisse müssen aufhören. Die Macht in der AG hat die Stadt mit 70 Prozent Anteilen sowieso. Thomas Hesse

Quelle: RP
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