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Rüdiger Hoffmann
Niederrheiner lachen am meisten

Wesel. Rüdiger Hoffmann kommt am 2. Dezember mit seinem neuen Programm "Ich hab's doch nur gut gemeint" nach Kleve.

Niederrhein Der Comedian Rüdiger Hoffmann stellt am Freitag, 2. Dezember, um 20 Uhr sein neues Programm "Ich hab's doch nur gut gemeint" in der Stadthalle Kleve vor. Tickets gibt es ab 28,50 Euro bei allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Bürgerbüro der Stadt Kleve. Karten können auch online unter www.planb-tickets.de gebucht werden.

Herr Hoffmann, für gewöhnlich würde ich Sie mit "Hallo erstmal" begrüßen. Aber den Einstieg hören Sie sicher öfter, oder?

Rüdiger Hoffmann Das stimmt, aber das sehe ich nicht als negativ. Wenn ich durch die Stadt gehe, Leute mich erkennen und sagen: "Ja hallo erstmal", dann lächele ich die an und sage auch "Ja hallo erstmal". Das ist halt eine Begrüßung, die ich erfunden habe. Darauf bin ich eigentlich ganz stolz und das stört mich auch nicht

Wie ist die Begrüßung entstanden?

Hoffmann Ich habe nach einem Anfang gesucht, mit dem ich das Publikum irritieren kann. So einen richtigen Anti-Anfang. Das ist dann dabei raus gekommen. Und wurde zu meinem Markenzeichen.

Vor drei Jahren waren Sie schon einmal in Kleve und brachten "Aprikosenmarmelade" mit. Auf was können die Besucher sich diesmal freuen?

Hoffmann In meinem neuen Programm geht um Alltagsgeschichten, wie beispielsweise einen Campingurlaub mit meinen Bekannten, Monika und Hans-Peter. Es geht aber auch um die aktuelle Situation in Deutschland und die Selbstoptimierung. Dass dies immer nur auf Kosten anderer Menschen geht, spreche ich an. Ich mache das aber sehr charmant und witzig und verzichte auf den erhobenen Zeigefinger.

Was verbinden Sie mit der Stadt?

Hoffmann Mit Kleve noch nicht so viel, aber ich reise immer früh an, damit ich etwas von dem Flair der Stadt und der Leute mitbekomme, daher mal sehen was mich an dem Tag erwartet.

Was wissen Sie über das Publikum am Niederrhein?

Hoffmann Ich weiß nicht woran es genau liegt, aber die Leute lachen dort am meisten über die Geschichten. Das ist wirklich so.

Wann haben Sie das letzte Mal etwas "nur gut gemeint?"

Hoffmann Eigentlich beschreibt der titelgebende Spruch sehr schön die Rolle, die ich darstelle: Einer, der sich nach außen hin positiv darstellt, damit aber hinten rum andere, natürlich eigene Interessen verbindet. Als Beispiel: Ich helfe einem Bekannten, seinem Singledasein zu entfliehen und eine Frau kennen zu lernen - und möchte die dann natürlich für mich selbst.

Wie entstehen Ihre Bühnenprogramme?

Hoffmann Zu meiner Arbeit gehört, dass man ständig Ideen sammelt. Ich notiere viel in Notizbücher oder in mein Handy, das neuerdings auch wie so eine Art Notizblock ist. Meine Inspiration hole ich mir aus dem täglichen Leben. Egal wo ich bin, ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und lasse mich vom Alltag und meiner Umgebung inspirieren.

Haben die Alltagsdramen aus ihrem neuen Programm also einen wahren Kern?

Hoffmann Meine Geschichten tragen meistens ein kleines bisschen Wahrheit in sich, aber das meiste ist künstlerische Freiheit.

Mittlerweile stehen sie seit 30 Jahren auf der Bühne. Was hat sich im Laufe der Zeit verändert?

HofFmann Ich persönlich erkenne ganz klar eine Entwicklung muss aber sagen, dass manche Nummern von vor 25 bis 30 Jahren immer noch genauso gut ankommen wie damals. Vor allem so eine Nummer wie die Anonymen Ausländerfeinde, die ich vor 25 Jahren geschrieben hab, als in Deutschland die Asylantenheime brannten, hat leider wieder eine traurige Aktualität bekommen.

Ihre Gelassenheit ist Ihr Markenzeichen. Was müsste passieren, damit sie aus der Ruhe gebracht werden?

Hoffmann Das kommt, ehrlich gesagt, sehr selten vor. Maximal, wenn am Flughafen etwas mit meiner Buchung nicht richtig läuft und man selbst oder seine Familie Gefahr läuft, nicht mit in das Flugzeug zu kommen. Da schnellt mein Puls dann doch in die Höhe, weil man so hilflos ist. Aber ansonsten bin ich auch privat eher der ruhige Typ.

Gibt es eine Anekdote, an die sie sich besonders gerne zurückerinnern?

Hoffmann Das ist sicherlich die Premiere mit dem ersten Programm in den Kammerspielen in Paderborn 1985, dann der Auftritt vor 80.000 Zuschauern im Vorprogramm der Rolling Stones und eine Begegnung vor einigen Jahren mit dem großartigen Loriot.

NATALIE URBIG FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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