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Niederrhein
Niederrheinische Apotheker helfen Straßenambulanz

Niederrhein. Junkies, Obdachlose, Prostituierte, Trinker - das Klientel der Straßenambulanz des Vereins Bürger für Bürger aus Duisburg ist ein ganz spezielles. Es sind Menschen, die es eigentlich gar nicht gibt, weil sie aus Scham oder aus Angst den Kontakt zu Behörden oder anderen öffentlichen Institutionen meiden und denen deshalb auch der Zugang zum offiziellen Gesundheitswesen verwehrt bleibt.

Diesen Menschen zu helfen, haben sich ein Professor, drei Ärzte und drei Krankenschwestern - aus ihnen besteht das Team der Straßenambulanz - seit 2008 zum Ziel gesetzt, und jetzt auch 170 Apotheken. So viele sind im Apothekerverband Duisburg/Niederrhein organisiert. Sie haben die Aktion "Aufrunden. Ihr Wechselgeld für einen guten Zweck" ins Leben gerufen.

Bis zum Jahresende finden die Kunden in den Mitgliedsbetrieben des Verbandes Spendenbüchsen vor, in die sie einen Teil oder auch das ganze Wechselgeld werfen können, das sie bei ihrem Apothekeneinkauf zurückerhalten. Das fließt dann in vollem Umfang in die Arbeit der Straßenambulanz. "Uns ist diese Aktion ganz besonders wichtig, weil sich wirklich nur ganz wenige um diese Menschen kümmern", sagt der Dinslakener Michael Becker, Vorsitzender des Apothekerverbandes Duisburg/Niederrhein.

Obwohl die Straßenambulanz unter dem Dach des Vereins Bürger für Bürger angesiedelt ist, ist ihre Arbeit nicht auf Duisburg beschränkt. Sie ist auch im Kreis Wesel unterwegs. Feste Anlaufstationen ihres Einsatzwagens sind etwa der Nordring in Neukirchen-Vluyn oder der Moerser Bahnhof. Und auch wenn die Arbeit mühselig ist, es in der Zusammenarbeit mit Behörden gelegentlich knirscht und Rückschläge verkraftet werden müssen, die Straßenambulanz kann auf Erfolge verweisen. So ist etwa dort, wo sie ihre Arbeit tut, die Zahl der Infektionen unter Drogenabhängigen, die von den unhygienischen Rahmenbedingungen beim Konsum ausgelöst werden, nachweislich zurückgegangen.

(jöw)
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