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Wesel
Noch eine Debatte: die Top-Kandidaten im KDG

Wesel: Noch eine Debatte: die Top-Kandidaten im KDG
In der Aula des Konrad-Duden-Gymnasiums waren alle vier Bürgermeister-Kandidaten, hier Norbert Segerath (links) und Jürgen Linz, zu Gast. FOTO: Bosmann
Wesel. Gemessen am Beifall der Schüler hatte Norbert Segerath, Bürgermeister-Kandidat für Die Linke, die Nase leicht vorn. Bei der gestrigen Podiumsdiskussion am Konrad-Duden-Gymnasium, an der alle vier Spitzenkandidaten für das Amt des Weseler Bürgermeisters teilnahmen, erntete der 66-Jährige mit seinen Aussagen den größten Zuspruch von den Gymnasiasten. Rückkehr zu G9 (Abitur nach 13 Schuljahren), heftige Kritik an der Betuwe-Linie, Ablehnung des geplanten Jollen-Hafens am Auesee, weil er lediglich der Kommerzialisierung diene - das gefiel den Schülern offensichtlich. Von Michael Elsing

Da hatte es die aktuelle Amtsinhaberin schon ein wenig schwerer, zumal Ulrike Westkamp (SPD) bei ihrer Vorstellung zugeben musste, dass sie am "anderen Gymnasium" ihr Abitur gemacht hat. Westkamp gab dennoch eine überzeugende Figur ab, wusste ihr Plädoyer für G8 gut zu begründen, räumte allerdings ein, dass es überstürzt eingeführt worden sei. Sie kritisierte ebenfalls die Art und Weise, wie die Deutsche Bahn die Betuwe-Linie umsetzen will, sprach sich ebenso wie CDU-Kandidat Jürgen Linz für die Häfen von Delta-Port als "das Wirtschafts-Projekt der Zukunft für die gesamte Region" aus und konnte den Schülern als einzige der vier Kandidaten wenigstens ein paar Möglichkeiten nennen, was sie in ihrer Stadt unternehmen können bzw. was Wesel für seine jungen Bürger anbietet.

Dass gerade dieses Thema den Schülern auf den Nägeln brennt, war am tosenden Applaus, den ein Schüler für einen Wortbeitrag erntete, abzulesen. Er hatte den am Wochenende oft verwaisten Kornmarkt und die wenigen Optionen, in Wesel am Abend auszugehen, ins Spiel gebracht und schaute dabei neidvoll auf die Nachbarstadt Bocholt. Jürgen Linz gab ihm recht und regte gerade hinsichtlich des Kornmarktes gemeinsame Überlegungen an, wie dieser Zustand zu ändern sei. Zudem verwies er auf das Scala-Kulturspielhaus. Westkamp hatte zuvor schon die Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem Scala angesprochen.

Kandidat Nummer vier, Manfred Schramm (Piraten), gab sich recht zurückhaltend. Beim Thema Schule und Bildung machte er aber den bemerkenswertesten Vorschlag: Gemäß den Vorstellungen seiner Partei plädierte auch er für die Abschaffung von Noten und die Einführung eines Zertifikats-Systems.

Quelle: RP
 
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