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Wesel/Duisburg
Notarzt vom Dienst suspendiert

Wesel/Duisburg: Notarzt vom Dienst suspendiert
Dr. Frank Marx, hier im Einsatz bei einem Duisburger Chemieunfall FOTO: EICKERSHOFF
Wesel/Duisburg. Eine Personalie schwirrt durch die sozialen Medien: Es geht um den Weseler Notarzt Dr. Frank Marx. Die Stadt Duisburg wirft ihm Unregelmäßigkeiten bei der Nutzung der Dienstfahrzeuge vor und suspendierte den 55-Jährigen.  

Weil die Stadt Duisburg ihm "im Zusammenhang mit erfolgten Abrechnungen" Unregelmäßigkeiten vorwirft, hat sie den ärztlichen Leiter des Duisburger Rettungsdienstes, "mit sofortiger Wirkung aus dienstlichen Gründen derzeit von seinen Aufgaben entbunden".

Ein Paukenschlag. Immerhin ist Marx seit mehr als 18 Jahren in dieser Funktion tätig, machte sich als Koordinator der Retter bei der Loveparade-Tragödie einen Namen, ist unermüdlich ehrenamtlich unterwegs, zuletzt beim verheerenden Erdbeben in Nepal für Malteser International. Auch als Ersthelfer beim Anschlag auf den Boston-Marathon 2013 war er dabei, wo er eigentlich Läufer behandeln wollte. Was ist passiert?

Auf die von der Stadt Duisburg wegen des laufenden Verfahrens nicht näher benannten Vorwürfe angesprochen, erläutert Marx, was aus seiner Sicht geschehen ist. Seit Jahren schon fährt er in seiner Freizeit auch in Wesel und Umgebung Notarzteinsätze. "Immer dann, wenn die Diensthabenden an einem anderen Einsatzort oder zu weit entfernt sind", sagt er.

Mit der Stadt gebe es eine Vereinbarung darüber, dass er mit seinem Privatwagen, den er aus eigenen Mitteln umgerüstet hat, in solchen Fällen einsatzbereit ist. "Das wusste auch jeder in Duisburg", sagt Marx. Nur, wie häufig der Arzt tatsächlich in seiner Freizeit Noteinsätze fuhr, das hatte den Duisburger Arbeitgeber überrascht. Abgerechnet wurde mit der Stadt Wesel über eine vereinbarte Pauschale, die nach und nach die Investitionen ins Auto deckte. Reich sei er damit nicht geworden "Ich bin Weseler. Es ist ein ungewöhnliches Verfahren, aber die Patienten profitieren davon", sagt Marx. Nicht immer seien die Notfälle dramatisch gewesen, aber einige eben doch. Der Rettungsdienst in seiner Heimatstadt und der in Duisburg liegen ihm am Herzen.

Die Stadt Duisburg werfe ihm nun vor, seine Einsätze im Fahrtenbuch nicht entsprechend dokumentiert zu haben. "Da war ich schludrig, ich übernehme auch die Verantwortung dafür." Weiterer Kritikpunkt sei, dass er einige seiner Weseler Einsätze mit einem Duisburger Rettungsfahrzeug gefahren sei. "Es ist gelegentlich vorgekommen, dass ein Einsatzalarm auf der Heimfahrt mit dem Duisburger Fahrzeug kam. Ich bin dann nicht erst nach Hause gefahren und habe die Autos gewechselt", erläutert er. Aus Sicht des Arztes notwendig, dienstrechtlich möglicherweise nicht in Ordnung. Auch dafür werde er die Verantwortung übernehmen, sagt Marx, den die Vorwürfe und die Freistellung sichtlich mitgenommen haben. Seine Aufgabe in Duisburg sei sein Leben - sein freizeitlicher Einsatz in Wesel eine Selbstverständlichkeit für ihn als Arzt, sagt er.

(sz)
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