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Kreis Wesel
"NRW von unten" zeigt die Salzlager unter der Bislicher Insel

Kreis Wesel. Kein anderes Bundesland ist so stark ausgehöhlt, durchbohrt und untertunnelt worden wie NRW. Bergwerkschächte, Kanäle und römische Aquädukte, aber auch moderne U-Bahntunnel und Datenautobahnen haben eine Parallelwelt geschaffen. Die WDR-Dokumentation "NRW von unten", eine Fortsetzung des Zweiteilers "NRW von oben", wirft heute ab 20.15 Uhr einen Blick unter die Erde. Die Filmemacher Jörg Siepmann und Rüdiger Helmich drehten für ihr Projekt auch im riesigen Salzbergwerk unter der Bislicher Insel. In einem sechsminütigen Block begleitet die Kamera die Vermessungsingenieurin Antje Bräunig bei ihrer Arbeit in dem schneeweißen, 40 Quadratkilometer großen Bergwerk, aus dem täglich 10.000 Tonnen Salz herausgebrochen werden. Nahe Borth bei Rheinberg gelangt Bräunig wie ihre 150 Kollegen täglich mit dem Förderkorb in 900 Meter Tiefe. Mit dem Geländewagen fährt sie dann 14 Kilometer zu ihrem Arbeitsplatz unter der Bislicher Insel. "Es ist eine Fahrt wie durch eine nächtliche Schneelandschaft, allerdings bei 30 Grad und staubtrockenem Klima", heißt es im Film. Von Michael Scholten

Eine Computergrafik zeigt, wie in den letzten 90 Jahren zwischen Wesel, Xanten und Rheinberg ein riesiges unterirdisches Labyrinth aus leergeräumten Kammern und schnurgeraden Transportwegen entstanden ist. Das Salz ist die Hinterlassenschaft eines Ur-Meeres, das vor 250 Millionen Jahren unter der Sonne verdampfte. Laut WDR ist das weiße Gold vom Niederrhein so sauber, dass es direkt aufs Frühstücksei gestreut werden kann. Es wird aber auch von der chemischen Industrie genutzt, für Medikamente, Kosmetik und Reinigungsmittel. Ein Drittel des Salzes landet als Streugut auf den vereisten Straßen.

Sieben Meter tief sind die Bohrlöcher für Sprengstoff. Mit einem großen Knall bricht die nächste Salzration aus der Lagerstätte, jede neue Kammer ist am Ende 20 Meter breit und bis zu 600 Meter lang. Aktuell werden speziell unter der Bislicher Insel neue Kammern erschlossen. Mit Salz für die nächsten 25 Jahre.

Quelle: RP
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