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Wesel
ÖPNV: CDU und SPD geben Kontra, WfW für eigenen Weg

Wesel. Mit ihren ÖPNV-Ideen haben die Weseler Grünen und Linken in ein Wespennest gestochen. CDU-Fraktionschef Jürgen Linz griff dazu gestern zu sessionsaffinen Vergleichen. "Eine eigene städtische Busflotte zu gründen und diese durch kostenpflichtige Parkplätze am Bahnhof beziehungsweise durch die Gelder für die Umgehungsstraße zu finanzieren, könnten Passagen einer Büttenrede sein. Jedoch, auf diese Idee käme wohl selbst in der fünften Jahreszeit nicht mal der größte Narr", sagte er. Hier sollten jetzt Bahnfahrer, die sicher meist nicht aus der Innenstadt mit ihrem Pkw zum Bahnhof fahren, eine innerstädtische Buslinie finanzieren. "Wie hoch mag wohl die Parkgebühr sein, um damit Busse finanzieren zu können? Oder sie erst gar nicht mit dem Pkw nach Wesel kommen. Aber wie? Mit der Niag, die die Grünen nicht mehr mittragen möchte und somit aus dem Stadtgebiet verbannt? Holt dann der Stadtbus diese Personen an der Stadtgrenze ab?" Auch, so Linz weiter, werde der Bürger zum Narren gehalten, "wenn ihm suggeriert wird, wir in Wesel könnten Zugriff auf die Gelder für die Umgehungsstraße nehmen".

Patrick te Paß, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes, wehrt sich gegen Aussagen von Ulrich Gorris (Grüne), die SPD bremse beim Thema Mobilität. Wenn dieser behaupte, die SPD nehme die vom Kreistag beschlossenen Kürzungen im ÖPNV hin, so sei das "eine klare Verdrehung der Tatsachen". Die Weseler SPD habe sich aktiv auch gegen die SPD-Kreistagsfraktion ausgesprochen. Te Paß sieht in der Kritik vor allem Schwäche der Grünen in Wesel. Themen wie Elektromobilität, Ausbau von P+R-Anlagen oder Insektenschutz würden nicht durch die Grünen vertreten. Der Vorschlag, städtischen Mitarbeitern Dienstfahrräder zur Verfügung zu stellen, sei geradezu marginal. Die SPD indes wolle den ÖPNV attraktiver gestalten. Fahrgastinformationssysteme wären eine Maßnahme, ebenso Minibusse wie in Krefeld. "Jeder Parkplatz in der Innenstadt hingegen ist auch mit Blick auf den Parkdruck der Anwohner unersetzbar", sagte te Paß. "Wer denkt, die Südumgehung würde Autos nicht aus der Stadt halten oder gar neue Autos hinzukommen lassen, irrt." Zudem sei die SPD gerade stolz auf das kostenlose Parkplatzangebot in Bahnhofsnähe, das mit Richelswiese ausgebaut werde.

Thomas Moll von der Fraktion Wir für Wesel allerdings unterstützt die Linken. Das Angebot der Niag sei zwar kostenoptimiert, "aber leider auch völlig antiquiert". Lediglich der Schülerverkehr werde vollständig abgedeckt. Die WfW halte es für notwendig, ein eigenes Verkehrskonzept für Wesel zu entwickeln.

(fws)
 
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