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Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Kolkmann
Paracelsus-Medaille für Weseler Arzt

Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Kolkmann: Paracelsus-Medaille für Weseler Arzt
Professoren unter sich: Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Kolkmann (2. v. l.) mit Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery (3. v. l.) und den weiteren geehrten Kollegen in der Hamburger Laeiszhalle. FOTO: C. Griebel / Helliwood
Wesel. Der Ehrenpräsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Kolkmann (79), der seit zwei Jahren in Wesel als Pathologe arbeitet, wurde in Hamburg mit der höchsten Auszeichnung der Bundesärztekammer geehrt.

WESEL Wer diesen Mann zum ersten Mal sieht, kann kaum glauben, dass er im August 80 Jahre alt wird. Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Kolkmann, den die RP gestern zusammen mit seiner Frau im Weseler Hotel Kaiserhof zum Interview getroffen hat, ist ein überaus angenehmer Gesprächspartner, dem jetzt eine besondere Ehre zu Teil wurde. Vergangene Woche wurde der aus Oberhausen-Sterkrade stammende Ehrenpräsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg während des Deutschen Ärztetages in Hamburg für seine "besonderen Verdienste für die Qualitätssicherung in der Medizin" mit der Paracelsus-Medaille ausgezeichnet. Sie ist die höchste Auszeichnung der Bundesärztekammer und wird jährlich an bis zu vier Ärzte verliehen, die im Sinne von Paracelsus' besondere Verdienste um das Ansehen des Arztes erworben haben. Obwohl Prof. Dr. Kolkmann seit 1973 unweit von Nürtingen (Baden-Württemberg) lebt, arbeitet der 79-Jährige seit gut zwei Jahren am Weseler Institut für Pathologie, Dermatohistologie, Zytologie und Molekularpathologie an der Kolpingstraße.

Sie wissen bestimmt, was Sie mit Albert Schweizer gemeinsam haben.

friedrich-wilhelm Kolkmann Natürlich. Auch wenn ich mich natürlich nicht mit ihm vergleichen kann und möchte. Albert Schweitzer war 1952 der erste Träger der Paracelsus-Medaille.

Die Verleihung der Medaille war für Sie gewiss ein großer Augenblick.

Kolkmann In der Tat. Es herrschte eine ganz besondere Atmosphäre während der Auftaktveranstaltung des Ärztetages in der Laeiszhalle, der Heimat der Hamburger Symphoniker, bei der mir der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, die Medaille umgehängt hat. Wir kennen uns seit Jahren von unserer gemeinsamen Arbeit beim Marburger Bund.

Wo werden Sie die Auszeichnung aufbewahren?

Kolkmann (lacht) Auf dem Nachttisch. Nein, er kommt zu den anderen Orden, die ich tatsächlich im Schlafzimmer aufbewahre.

Viele Ihrer Kollegen befinden sich im Ruhestand. Warum Sie nicht?

Kolkmann 2004, ein Jahr nachdem ich mich als niedergelassener Pathologe zur Ruhe gesetzt hatte, rief mich der Pathologen-Bundesverband an und fragte, ob ich nicht als Vertreter zur Verfügung stehen würde. Weil auch meine Frau nichts dagegen hatte, ging ich für ein paar Wochen nach München, wo man meine Hilfe gebrauchen konnte. In den folgenden Jahren war ich unter anderem in Stuttgart, Freiburg, Herford, Flensburg, Soest und Dortmund aktiv.

Und weil Not am Fachmann war, kamen Sie schließlich nach Wesel.

KolkMann Es war am 6. Februar 2014. Ich wollte einen Mittagsschlaf halten, als ein Anruf aus Wesel kam. "Wesel ist klasse", dachte ich. Meine Eltern - mein Vater war nach dem Krieg Superintendent des damaligen Kirchenkreises Dinslaken und stammte aus Issum, meine Mutter aus Alpen - waren mit dem Weseler Pastor Heinrich Schmitz befreundet, der sie auch getraut hat. Als Kind habe ich bei Besuchen in Wesel im Pfarrhaus am Lauerhaas gespielt.

Die Arbeit bereitet Ihnen Freude.

KolkMann Ja. Ich hatte keine Angst vor dem Niederrhein (lacht). Die Arbeitsatmosphäre und die Tätigkeit haben mir so gut gefallen, dass ich als angestellter Kassenarzt geblieben bin. Wir Pathologen, die wir Gewebeproben untersuchen, sind die Ärzte im Hintergrund, die die relevanten Diagnosen stellen. Wir finden heraus, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist. Wir tragen dazu bei, dass individuelle Therapien möglich werden. Übrigens: Die Zusammenarbeit mit den Weseler Krankenhäusern klappt hervorragend. Ich würde mich in beiden Kliniken bedenkenlos behandeln lassen.

KLAUS NIKOLEI FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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