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Wesel
Parkdruck ums Kreishaus wächst weiter

Wesel: Parkdruck ums Kreishaus wächst weiter
Dicht gedrängt stehen die Autos in der Jülicher Straße. Parkplatzsuchende schlängeln sich durch die schmale Gasse. FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Stellplatzmangel wegen maroden Parkdecks drängt Verkehr in Umgebung des Kreishauses. CDU will Tempomessungen. Von Fritz Schubert

Die neue Leiststelle des Kreises Wesel für das Rettungswesen an der Jülicher Straße und das weiterhin gesperrte Pardeck am nahen Kreishaus sorgen weiter für Verdruss. Dabei sind es weniger die seit August vergangenen Jahres währenden Bauarbeiten an der Leitstelle und der damit verbundene Verkehr, der die Nachbarn zur Verzweiflung bringt. Es ist die Blechflut wegen der seit November nicht mehr zur Verfügung stehenden Stellflächen an der Kreisverwaltung. Jülicher, Monschauer, Diersfordter Straße und Kolpingstraße sind unmittelbar betroffen, doch spüren Anwohner des gesamten Umfelds die Auswirkungen.

Wie die RP bereits im März berichtete, sind die Zustände im ursprünglich ruhigen Wohngebiet zwischen Reeser Landstraße und Grünstraße sowie Hafenbahn und Nordstraße besonders tagsüber chaotisch. Die jüngste Anfrage stammt von der CDU-Fraktion im Weseler Rat. Frank Schulten und Daniela Staude wandten sich an Bürgermeisterin Ulrike Westkamp mit einem Antrag auf Geschwindigkeitsmessungen und der Bitte um einen Bericht zum Sachstand und zum Zeitplan in Sachen Instandsetzung des Parkdecks. Gegebenenfalls solle ein Vertreter des Kreises im städtischen Fachausschuss Auskunft geben.

Hintergrund: Die CDU ist unlängst von Bürgern auf "die unhaltbaren Zustände" angesprochen worden. Weil der Parkdruck im besagten Gebiet weiter wächst, werden Einfahrten mittlerweile extrem knapp zugestellt, berichten diese. Außerdem gebe es zwischen geparkten Fahrzeugen kaum noch Lücken zum Ausweichen. Dies führe dazu, so Schulten und Staude, dass die Anwohner kaum noch aus den Grundstücksausfahrten herauskämen - und vor allen Dingen zu erhöhten Geschwindigkeiten, weil viele Autofahrer Angst vor Gegenverkehr hätten.

"Das ist tatsächlich nicht sehr komfortabel", bewertet auch Helmut Czichy, Vorstandsmitglied der Kreisverwaltung, die verkehrliche Situation. Hoffnungen auf baldige Entlastung durch Wiederaufnahme des Parkbetriebs auf besagtem Deck am Kreishaus kann er nicht machen. Die Statik werde weiter überwacht, sagte Czichy im RP-Gespräch. Immerhin sei die Bewegung in der Konstruktion "weitgehend zur Ruhe gekommen". Unabhängig davon bleibt er bei den Aussagen vom März, dass bis zu einem eventuellen Sanierungsstart oder gar Beginn eines Neubaus drei Jahre ins Land gehen dürften. Denn die Personaldecke in seiner Abteilung sei dünn und die Prioritäten seien andere. Die Neubauten der Kreisleitstelle und des Berufsschul-Campus in Moers sowie die Dinslakener Berufskolleg-Problematik und der Unterhalt der Schulen hätten Vorrang, erklärte Czichy.

Der Mann aus der Verwaltungsspitze des Kreises geht aber davon aus, dass der Mietvertrag über die Parkpalette am Flugplatz (Karl-Jatho-Straße) mit der Stadt verlängert werden kann. Er gilt zunächst bis zum Jahresende. Diese Stellplätze hatte der Kreis bekanntlich wegen des maroden eigenen Decks gemietet. Parallel waren für Mitarbeiter der Einrichtungen an der Jülicher Straße (unter anderem des Gesundheitsamts) Plätze am Kreishaus geschaffen worden, damit sie es nicht so weit haben und die Unbequemlichkeit auf alle Beschäftigten verteilt wird. Unterdessen sucht die Kundschaft des Kreishauses die umliegenden Gebiete nach Parkplätzen ab.

Lichtblick: Die Arbeiten an der neuen Kreisleitstelle liegen derzeit ebenso im zeitlichen Rahmen wie die Kosten. Rund 8,5 Millionen Euro soll das logistische Herz des Rettungswesens kosten, für das der Innenausbau läuft. Einige Aufträge für die Leitstellen-Technik, so Czichy weiter, seien bereits erteilt. Wenn alles steht, schließt sich ein sechsmonatiger Testlauf an. Die Inbetriebnahme ist für 2017 vorgesehen.

Quelle: RP
 
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