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Wesel
Parkdruck vom Kreis in Wohnsiedlung

Wesel: Parkdruck vom Kreis in Wohnsiedlung
Stoßstange an Stoßstange stehen Autos nicht nur auf der Diersfordter Straße. Das ganze Wohngebiet ist tagsüber zugeparkt. FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Rund um die Jülicher Straße sind die Politessen der Stadt Wesel im Dauereinsatz. Wegen der Baustelle Kreisleitstelle und vor allem wegen des gesperrten Parkdecks am Kreishaus staut sich das Blech. Und der Sanierungsstart ist ungewiss. Von Fritz Schubert

Jülicher Straße, Diersfordter, Aachener, Dürener: Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang herrscht auf allen das gleiche Bild. Stoßstange an Stoßstange knubbeln sich die Fahrzeuge. Und man hat den Eindruck, dass sich die Situation in dem eigentlich ruhigen Wohngebiet zwischen Reeser Landstraße und Grünstraße sowie Hafenbahn und Nordstraße weiter verschärft. "Unsere Politessen sind täglich dort im Einsatz", bestätigt Gerd Füting vom Ordnungsamt der Stadt Wesel auf Anfrage der Rheinischen Post. Sie sollen gegen falsches Parken vorgehen und, so Füting weiter, "einer weiteren Fehlentwicklung entgegenwirken".

Bei der Suche nach Ursachen für das Blechchaos kommt der Baustelle der neuen Kreisleitstelle eine vergleichsweise geringe Bedeutung zu. Ihretwegen waren zwar Parkplätze entfallen, doch richtig los ging es erst mit der Sperrung des Parkdecks am nahen Kreishaus. Wie berichtet, sind die dortigen Stellflächen seit Anfang November nicht mehr nutzbar. Bei Wartungsarbeiten waren Setzrisse an der Konstruktion entdeckt worden. Insgesamt sind rund 300 Parkplätze des Kreishauses betroffen.

Auch wenn der Kreis das Parkdeck Karl-Jatho-Straße am Flugplatz Römerwardt als Alternative hinzugenommen hat, weicht zu den Öffnungszeiten der großen Behörde viel Parkverkehr in die Nachbarschaft östlich der Reeser Landstraße aus. Und ein Ende ist nicht abzusehen.

Variantenuntersuchung, Vorstellung der Pläne, Abwägung, Haushaltsuntersuchung: Mindestens zwei Jahre dürften ins Land gehen, bis man im Kreishaus überhaupt weiß, wie man mit dem Pardeck umgehen könnte. Dies jedenfalls meint Helmut Czichy, Cheftechniker im Vorstand der Kreisverwaltung. Bis zu einem eventuellen Sanierungsstart oder gar Beginn eines Neubaus rechnet er eher mit drei Jahren. Zu tun hat seine Abteilung bekanntlich parallel genug. Da ist die Standortfrage fürs Berufskolleg Dinslaken zu klären, der Bau des riesigen Campus für die Berufsschulen in Moers zu stemmen und nicht zuletzt die Kreisleitstelle in Wesel zu errichten, deren Projektleiter sich gerade verabschiedet hat.

Am maroden Parkdeck fallen derzeit zwei Etagen aus. Laut Statiker, so Czichy im RP-Gespräch, scheidet eine Reparatur derzeit aus, weil man wegen der geringen Höhe im Untergeschoss mit den nötigen Maschinen nicht hineinkommt. Immerhin seien am Kreishaus nun Plätze freigehalten fürs Gesundheitsamt an der Jülicher Straße, damit die Leute nicht so einen weiten Weg haben. Und es gebe eine Parkscheibenregelung für Kunden (Kfz-Stelle etc.).

Unterdessen hatte bekanntlich Ludger Hovest, Fraktionsvorsitzender der SPD in Wesels Rat, sich für eine gesamtkommunal günstige Lösung für Kreis und Stadt stark gemacht. Er regte an, dass der Kreis die Flachglas-Parkpalette von der Stadt kauft (und nicht wie bislang anmietet). Im Gegenzug würde die Stadt die Landwirtschaftsschule an der Stralsunder Straße erwerben. Sie würde sie dann abreißen und für eine Bebauung sorgen. Zuletzt hieß es aus dem Kreishaus, dass das städtische Angebot zu gering sei und private Anbieter mehr bezahlen wollten. An den verstopften Straßen im Wohngebiet ändert das alles erstmal nichts.

Quelle: RP
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