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Hamminkeln
Pfarrer denkt gerne an Brünen zurück

Hamminkeln: Pfarrer denkt gerne an Brünen zurück
Christoph Sommer (v.l.) mit Thomas Brödenfeld, Superintendent der evangelischen Kirche, im Jahr 2013. FOTO: Bosmann, Jürgen (bosm)
Hamminkeln. Seelsorger Christoph Sommer hat die Kirchengemeinde Brünen zum Jahresende verlassen und ist aus persönlichen Gründen wieder als Militärseelsorger nach Wilhelmshaven zurückgekehrt. Von Thomas Hesse

Von der See aufs Dorf und wieder zurück zur See: Pfarrer Christoph Sommer hat zum Jahresende sein Amt in der Kirchengemeinde Brünen aufgegeben und ist zu seiner vorherigen Arbeitsstelle zurückgekehrt. "Aus persönlichen Gründen. Ich denke gerne an Brünen zurück - mit zwei weinenden Augen. Ich bin nicht wegen Brünen gegangen, sondern trotz Brünen", sagte er, als ihn die RP gestern im neuen alten Büro in Wilhelmshaven zwischen geöffneten Umzugskartons ans Telefon bekam.

Aus Wilhelmshaven war Pfarrer Sommer im August 2013 gekommen, hatte voller Elan in Brünen die Segel gesetzt und ist ab sofort wieder Militärseelsorger in der Nordsee-Stadt. Als Marine-Pfarrer wird er dort auch mit der Bundeswehr in See stechen. Das hat ihm schon viel Freude bereitet, bevor er an den Niederrhein kam.

Sein letztes Treffen in der Dorfkirche stand am Mittwoch im Zeichen des Christbaum-Abschmückens, ein traditionelles gemütliches Beisammensein mit dem Presbyterium. "Das war mir und meiner Frau wichtig als Gelegenheit, uns zusammen zu verabschieden. Die Zusammenarbeit mit dem Presbyterium war immer vertrauensvoll. Ich habe mich in Brünen sehr wohlgefühlt", sagt Sommer. Brünen sei ein sehr aktives Dorf mit seinen 40 Vereinen. "Es ist beachtenswert und fordert Respekt ab, mit welchem hohen Engagement hier das Dorfleben gestaltet wird. Ich habe hier sehr viele Kontakte gehabt, denn es war wichtig, Kirche im Dorf zu verankern und sichtbar zu machen", sagte er. Man habe ihn offen aufgenommen.

Das gilt besonders für die Feuerwehr, zu der Pfarrer Sommer auch in Zukunft Kontakt halten will. Für die Stadt Hamminkeln war er Feuerwehrpfarrer, Fachberater und Notfallseelsorger. In die Jugendarbeit brachte er sich ebenso ein wie er dem neu gegründeten Verein Bürger für Brünen seine Unterstützung anbot. "Christoph Sommer ist bei seinen Brüner Schäfchen besonders beliebt", heißt es in einem Internet-Kommentar.

Warum ist er dann wieder dorthin zurückgegangen, wo er schon Seelsorge an Land, aber auch bei monatelangen Turns auf See für die Einsatzflottille 2, zu der alle Fregatten der Marine gehören, geleistet hat? "Es sind reine persönliche Gründe. Ich will keine Fernbeziehung mehr führen", sagt Pfarrer Sommer. Denn berufliche Pläne seiner Ehefrau Angelika Bensch, ebenfalls Pastorin, die an einem Gymnasium in Wilhelmshaven unterrichtet, an eine Schule in der Region zu wechseln, erfüllten sich wegen formaler Bestimmungen nicht.

"Die Versuche, eine Stelle für meine Frau zu finden, sind immer wieder gescheitert. Nun sind wir es zwar gewohnt, dass wir auch mal eine Zeit getrennt sind - immerhin bin ich schon über zehn Jahre zur See gefahren. Aber dies ist keine Perspektive für die nächsten gut zehn Jahre bis zu meiner Pensionierung", sagt Pfarrer Sommer. Und weil seine alte Stelle immer noch vakant war, findet die besondere Art der Familienzusammenführung nun so statt, wie sie mal war. Brünen wird er in guter Erinnerung behalten. Die Kirchengemeinde bleibt nicht unversorgt. Die Verwaltungsleitung im Kirchenkreis Wesel will die Pfarrerstelle wieder besetzen.

Quelle: RP
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