| 16.53 Uhr

Pferdehof bei Wesel
Viel Wirbel um ein verschwundenes Pony

Wesel. Bei Facebook macht eine Halterin einem Pferdehof aus dem Kreis Wesel schwere Vorwürfe. Das alte Pony ihrer Tochter war plötzlich verschwunden. Der Fall ist rätselhaft. Von Sebastian Peters

Ein Facebook-Eintrag wegen eines verschwundenen Pferdes namens Mohawk hat am Donnerstag für Wirbel in dem sozialen Netzwerk gesorgt. Die Halterin aus Düsseldorf macht einem Pferdehof aus dem Kreis Wesel den Vorwurf, ein 15 Jahre altes Pony verschwinden lassen zu haben. Immer wieder habe sich der Besitzer des Pferdehofes in Widersprüche verstrickt.

Die Polizei bestätigte auf Anfrage, dass das Verschwinden des Tieres inzwischen zur Anzeige gebracht wurde. Der Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft Duisburg, teilte eine Sprecherin mit.

Wurde das Pferd verkauft? Ist es verendet? Die Besitzer des Tieres rätseln. Zunächst machte die Besitzerin des Pferdes den Fall unter Nennung von konkreten Namen bei Facebook öffentlich. "Dies geschah in Absprache mit unserem Anwalt", betonte die Mutter der Reiterin von Mohawk. Danach stand bei der Düsseldorfer Familie das Telefon nicht mehr still. "Ich stehe zu allem, was bei Facebook an Vorwürfen notiert ist", teilte die Mutter der Familie mit. Man wolle aber nun erst die nächsten Schritte mit dem Anwalt besprechen, ehe man sich weitergehend öffentlich erkläre.

"Ich glaub, der fühlt sich wie im Paradies!"

Auf Facebook sind die Vorwürfe dokumentiert. Das Pony Mohawk ist demnach 15 Jahre alt und voll ausgebildet in Springen und Dressur. Mitte August habe man dieses Tier auf dem Pferdehof abgegeben, da die Tochter, die das Tier reitet, im September 2017 in die USA ging. Ende September habe der Pferdehofbesitzer den Düsseldorfern mitgeteilt, dass es dem Tier gut gehe – zum Beweis habe er sogar Bilder per Whatsapp gesendet, verbunden mit dem Satz: "Ich glaub, der fühlt sich wie im Paradies!"

Als die Eltern dann am 1. November in den Kreis Wesel fuhren, hätten sie das Tier nicht mehr vorgefunden. Der Pferdehofbesitzer habe zunächst gesagt, dass das Tier an einem Aorta-Abriss verstorben sei. Der Pferdehofbesitzer habe dann gesagt, ein Tierarzt im Ort habe den Tod gar bestätigt. Der Tierarzt bestätigte dies dann telefonisch am 2. November. Als die Mutter eine schriftliche Bestätigung wollte, habe der Tierarzt seine Aussage revidiert. Er habe das Tier nie gesehen und könne deshalb auch nicht den Tod bestätigen.

Ebenfalls am 1. November sagte der Pferdehofbesitzer zu den Eltern, dass ein Abdecker Mohawk abgeholt habe. Zum Beweis legte er eine Rechnung vor. Die sei aber unleserlich, klagt die Düsseldorfer Familie. Am 6. November habe sich der Pferdehalter erneut gemeldet. Da gab er gegenüber der Familie an, das Pferd sei doch nicht an einem Aorta-Abriss gestorben, sondern er habe es in einem "grauenvollen Zustand" auf der Wiese vorgefunden.

Hofbesitzer fühlt sich nicht schuldig

Diese Version bestätigte der Pferdehofbesitzer auch am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion. "Ich habe einen großen Fehler gemacht. Habe nicht sofort die Wahrheit gesagt, um den Leuten das alles zu ersparen." Richtig wäre es gewesen, sofort einen Tierarzt zu verständigen. Dass man ihm aber nun bei Facebook unterstelle, das Pferd unter der Hand verkauft zu haben, "finde ich heftig". Zumal das "sicherlich nette Freizeitpferd" nicht mehr als 150 bis 200 Wert gewesen sei. "Ich kann die ganze Sache nicht mehr rückgängig machen, fühle mich aber völlig unschuldig am Tod des Tieres."

Der besagte Pferdewirt hat mittlerweile seinen Anwalt kontaktiert, um gegen die "Hetzkampagne" bei Facebook vorzugehen. Denn er habe zunächst lediglich den Tod von Mohawk bestätigt, um der Mutter der Reiterin, die im Stall regelrecht zusammengebrochen sei, einen Gefallen zu tun. "Es war ein Akt der Menschlichkeit. Ich habe sie dann hinterher angerufen und ihr die Wahrheit gesagt, worauf sie sich für meine Ehrlichkeit bedankt hat." In Gesprächen mit der Polizei habe man ihm schon mitgeteilt, "dass da strafrechtlich nichts passieren wird".