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Wesel
Polizei besucht Eltern von jungen Straftätern

Wesel. Kriminelle "Karrieren" beginnen nicht selten im Kindes- und Jugendalter. Kaum zu fassen: Die Polizei weiß von Grundschülern, die klauen wie die Raben oder Mitschüler erpressen. Und das Eintreten auf wehrlose, am Boden liegende Opfer auf Schulhöfen ist längst keine Seltenheit mehr. Dem Treiben der jungen Täter so früh wie möglich Einhalt zu gebieten, ist seit zwei Jahren ein Aufgabenschwerpunkt der in Wesel ansässigen Polizeiinspektion Ost, die für die Bereiche Wesel, Hamminkeln, Hünxe, Schermbeck, Voerde und Dinslaken zuständig ist. Von Klaus Nikolei

Hausbesuche verdoppelt

Im Rahmen des Projekts gegen Kinderverwahrlosung und Jugendkriminalität werden junge Täter von der Polizei nach Hause begleitet. "Unsere Beamten suchen dann das Gespräch mit den Eltern. Werden die Täter immer wieder auffällig, arbeiten wir auch mit der Schule, dem Jugendamt und Ärzten zusammen", erklärte Herbert Ickert, Leiter der Polizeiinspektion Ost, gestern bei der Vorstellung der Kriminalitäts-Entwicklungsstatistik. Bemerkenswert dabei: Die Zahl der Hausbesuche stieg innerhalb eines Jahres von 242 auf 516.

Zwar sind die meisten Eltern schockiert, wenn sie durch die Polizei von den Delikten ihrer Kinder erfahren. Aber eben nicht alle. "Vor allem vorbelastete Eltern sehen uns nicht als Partner, sondern als Kontrollorgan und machen deutlich, dass wir gegen Kinder unter 14 nichts ausrichten können", sagt Ickert. Sobald aber diese Altersgrenze überschritten und selbst Bewährungsstrafen keine Wirkung zeigen, wandern jugendliche Täter auch hinter Schloss und Riegel. Fünf "Intensivtäter" wurden 2009 aus dem Verkehr gezogen.

Fahrraddiebstähle halbiert

Sorgen bereitet der Polizei nach wie vor die Zahl der Pkw- und Wohnungsaufbrüche. Dabei handelt es sich meist um Beschaffungskriminalität. "Die Täter brauchen schnell Geld und verhökern Navis, Alkohol und Parfüm an Passanten", weiß Ickert. Er beklagt, dass bislang noch kein Bürger die Polizei über ein solch "unmoralisches" Kaufangebot informiert hat. In diesem Zusammenhang weist die Polizei darauf hin, dass die Zahl der Fahrraddiebstähle im vergangenen Jahr stark zurückgegangen ist: von 4000 in 2008 auf 2000. Ickert: "Dafür haben wir eine Menge getan."

Quelle: RP
 
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