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Kreis Wesel
Polizei im Großeinsatz gegen Einbrecher

Kreis Wesel: Polizei im Großeinsatz gegen Einbrecher
FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Kreis Wesel. Alles, was laufen konnte, hatte die Polizei für eine lange vorbereitete Aktion auf die Straßen gebrachte. Hunderte von Beamten waren an Dutzenden von Kontrollstellen im ganzen Kreis auf der Suche nach Langfingern und anderen Tätern. Von Fritz Schubert

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass eine Einbruchsmeldung im Polizeibericht auftaucht. Mehr als 1000 Taten sind seit Jahresbeginn im Kreis Wesel aktenkundig geworden. Wer immer noch glaubt, die Langfinger würden am liebsten im Schutz der Nacht einsteigen, der täuscht sich. Der Anteil sogenannter Tageswohnungseinbrüche ist enorm hoch. Folglich liegt es für die Ordnungshüter nahe, den Banditen auch am Tage nachzustellen und starke Präsenz zu zeigen. Das hat die Kreispolizei Wesel gestern mit einer groß angelegten Aktion getan. Alles, was laufen konnte, war im Einsatz. Auch Innendienstler, die normalerweise nicht auf den Straßen unterwegs sind, waren dabei. Ebenso Kollegen, die eigentlich einen freien Tag hatten. Hunderte von Polizisten richteten im ganzen Kreisgebiet für den Zeitraum von 10 bis 20 Uhr Kontrollstellen ein.

In Dinslaken wurde ein Auto aus dem Verkehr gezogen, in dem Diebesgut transportiert worden sein könnte. Zudem gab es Erfolge im Nebenbei-Geschäft: Einige Fahrer waren unter dem Einfluss von Alkohol beziehungsweise Betäubungsmitteln unterwegs, andere ohne Versicherungsschutz. Schaulustige auf Schleichfahrt sorgten dafür, dass sich besonders im Feierabendverkehr das Blech an der Weseler Rheinbrücke kilometerlang staute. Schlechte Karten hatte ein Mann, der den Beamten hier schon gegen Mittag ins Netz ging. Die Überprüfung seiner Papiere ergab, dass gegen ihn ein offener Haftbefehl wegen einer Verkehrsstraftat vorlag. Beamte der Kriminalpolizei holten ihn bei den uniformierten Kollegen am Abzweig zum Wasser- und Schifffahrtsamt ab.

Gegen Mittag ging in Wesel ein Mann ins Netz, gegen den ein Haftbefehl vorlag. FOTO: RP-Fotos (2). Malz

Ein gutes Dutzend Polizisten hatte dort Stellung bezogen, um den Verkehr Richtung Büderich unter die Lupe zu nehmen. In umgekehrter Richtung war ein gleichstarker Trupp am Ende der Zweispurigkeit postiert. Nach welchen Kriterien einzelne Fahrer an die Seite gebeten wurden, verriet die Polizei aus taktischen Gründen nicht. Beobachtern entging jedoch nicht, dass auffällig viele Wagen mit ausländischen Kennzeichen betroffen waren. An jedem Kontrollpunkt waren Beamte mit Maschinenpistolen zu sehen. Zur Eigensicherung, hieß es. Und, weil man davon ausgehen muss, auf Personen zu treffen, "die der Polizei nicht wohlgesonnen sind", sagte Polizeisprecher Josef Wißen.

Gegen Spekulationen, es handele sich um eine Fahndung nach Terroristen, sprach unter anderem, dass der Großeinsatz sich auf den Kreis Wesel beschränkte und er von langer Hand vorbereitet war. Gut zwei Wochen, so Wißen, habe man für die Logistik gebraucht. Von genügend Schutzwesten in individuell passenden Größen über die Fahrzeuge bis hin zur Verpflegung und nahen Toilettenanlagen war etliches zu organisieren gewesen. Laut Josef Wißen war der Aufwand noch höher als bei einem Blitzmarathon. "Die gesuchten Herrschaften dürfen gerne sehen, dass wir uns kümmern", sagte Alexander Karl, einer der Einsatzleiter an der Rheinbrücke. Der Einsatz sprach sich natürlich rum. Und sollte die abschließende Betrachtung ergeben, dass an diesem Tag mal kein Einbruch zu verzeichnen war, dann hat sich die Aktion laut Wißen schon gelohnt.

Schieben Sie Einbrechern den Riegel vor FOTO: GDV, gms
Quelle: RP
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