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Kreis Wesel
Polizei sagt Einbrechern den Kampf an

Kreis Wesel. Zweite Großaktion: Gestern überprüften im Kreis mehr als 100 Polizisten an ausgesuchten Kontrollstellen genau 621 Personen und 563 Pkw und Lieferwagen. Es gab neun Festnahmen. In Wohnquartieren waren Beamte in Zivil unterwegs. Von Bernfried Paus

Um es Einbrecherbanden schwerer zu machen und zugleich ein deutliches Zeichen zu setzen, hat die Polizei im Kreis Wesel gestern erneut eine groß angelegte Aktion gestartet. Dabei wurden 621 Personen sowie 563 Autos und Lieferwagen kontrolliert. Neun Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen, außerdem sieben Strafverfahren eingeleitet.

An mehr als zehn ausgesuchten Stellen im kreisweiten Straßennetz wurden Kontrollstellen eingerichtet. Eine davon war an der B 58 in Höhe der A 57-Anschlussstelle Alpen. Hier wurden gezielt einzelne Fahrzeuge aus dem Verkehr gewunken.

Hintergrund: Im vorigen Jahr sind Einbrecher im Kreis Wesel in 1515 (2014: 1307) Wohnungen oder Häuser eingestiegen. Diese Bilanz stellte Landrat Dr. Ansgar Müller als Chef der Polizeibehörde jetzt vor. Noch betrüblicher: Damit hat sich die Zahl der Einbrüche in einem Zeitraum von nur sieben Jahren mehr als verdoppelt. Das Problem ist, das viele Opfer dauerhaft mit der Angst leben müssen, dass sich so ein Vorfall jederzeit wiederholen kann.

Insgesamt waren gestern deutlich mehr als 100 Beamte an der nach der Premiere im November zweiten Großaktion dieser Art beteiligt. Die Kontrollstellen waren von 12.30 bis 19.30 Uhr über den ganzen Kreis verteilt. Zeitgleich lief die Polizeiaktion auch in den benachbarten Kreisen Kleve, Viersen, Krefeld, Borken und Coesfeld. Ort und Zeit waren nicht zufällig gesetzt. "Die Stellen ergeben sich aus den Bewegungsprofilen, die wir aus unseren gesammelten Ermittlungsergebnissen analysiert haben", sagte Kriminaldirektor Roland Wolff. Da rund die Hälfte aller Delikte tagsüber verübt würden, ergebe es Sinn, an der Straße zu stehen, wenn es hell sei. An der A 57/B 58 baute sich die Polizei in Fahrtrichtung Wesel auf, weil das die Richtung sei, in der überegional agierende Banden zu der Zeit unterwegs seien in die Wohnquartiere. Auch in denen waren gestern verdeckte Ermittler unterwegs. Die Aktion schrecke Täter kurzfristig ab, so Kripo-Chef Wolff: "Wir stellen nach solchen Einsätzen über mehrere Tage fest, dass die Zahl der Straftaten sinkt."

Wer aus dem fließenden Verkehr gezogen werde, sei Sache von Erfahrung und Ergebnis von Ermittlungsarbeit, so Wolff. Ein Großteil der Täter käme aus dem Ausland. Daher richte sich das Augenmerk auf Fahrzeuge mit "überregionalen Kennzeichen". Auch wenn die Besatzung sportlich-dynamisch gekleidet sei, passe das ins Profil, gab Wolff kleine Einblicke ins Ermittler-Einmaleins. "Aber da auch schwangere Frauen Einbrüche begehen, gibt es kein fixes Raster", so Wolff.

Der regionale Großeinsatz liefere wichtige Erkenntnisse über Wege und Strategien der Täter. Dabei würden die gesammelten Ergebnisse aus allen beteiligten Polizeibehörden zusammengeführt. Die konzertierte Aktion führe dazu, dass die Bekämpfung der Delikte effizienter werde. "Erklärtes Ziel ist es, den Trend bei der Einbruchskriminalität umzukehren", so Wolff. Er kündigte eine weitere Kontroll-Aktion in den nächsten drei Wochen an.

Bis gegen 19.30 Uhr zogen die Beamten in Rheinberg-Orsoy einen Fahrer aus dem Verkehr, der unter Drogeneinfluss stand. In Moers wurde einer wegen eines Drogendeliktes vorläufig festgenommen. Im Raum Dinslaken ging ein Mann ins Netz, gegen den ein Haftbefehl vorlag. Einem anderen wird Urkundenfälschung zur Last gelegt. Und in Wesel wurde ein 41-Jähriger kontrolliert, der im Verdacht steht, einen Wohnungseinbruch begangen zu haben. Bei einer Durchsuchung fanden die Ermittler weiteres Diebesgut und Drogen auf. Gegen den Tatverdächtigen lag bereits ein Haftbefehl vor.

Quelle: RP
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