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Serie Next Generation - Politiknachwuchs Im Kreis Wesel
Preisträger an der Spitze der grünen Jugend

Wesel. Patrick Voss aus Dinslaken ist neben Micha Thölke aus Rheinberg Sprecher der grünen Jugend im Kreis. Sein Thema ist die Verkehrspolitik. Für eine Untersuchung auf diesem Gebiet hat der Schüler des Gymnasiums Hiesfeld einen Preis erhalten. Von Jörg Werner

Dinslaken Die Grünen sind stolz darauf, so jedenfalls steht's auf ihrer Homepage, dass ihre Jugend deutlich jünger ist, als die anderer Parteien, wenn sie politisch aktiv wird. So gesehen ist Patrick Voss der Prototyp des grüngen Jungpolitikers. Denn der Sprecher der grünen Jugend im Kreis Wesel ist 16 Jahre alt und damit in der Tat deutlich jünger als die Vorsitzenden oder Sprecher der anderen Jugendorganisationen der politischen Parteien im Kreisgebiet.

Voss' Selbstbewusstsein tut sein jugendliches Alter aber keinen Abbruch, was daran liegen könnte, dass eines seiner großen poltischen Themen die Verkehrspolitik ist - und auf diesem Feld kennt er sich nachgewiesenermaßen bestens aus, hat für eine Untersuchung in Sachen Mobilität gerade erst einen Preis eingeheimst. Die Initiative "Damit Deutschland vorn bleibt" hatte einen Schülerwettbewerb ausgeschrieben. Thema: Infrastruktur 2030 - so möchte ich morgen mobil sein.

Der Schüler des Hiesfelder Gymnasiums hat mitgemacht, hat einen Fragebogen entwickelt, der Aufschluss darüber geben sollte, was junge Menschen vom öffentlichen Personennahverkehr erwarten. Damit ist er dann durch Nordrhein-Westfalen getingelt, war in Bielefeld unterwegs, in Düsseldorf, Köln, Essen, Dortmund, Münster, Wuppertal, Wesel und natürlich in seiner Heimatstadt Dinslaken. Am Ende hatte er ein ziemlich genaues Bild davon, wie junge Leute die Angebote im Nahverkehr nutzen und was getan werden muss, dass sie noch häufiger auf Bus und Bahn umsteigen.

Die Jury des Wettbewerbs jedenfalls fand sein Projekt so überzeugend, dass sie ihm den ersten Preis zusprach. Im April hat er ihn entgegengenommen. Was aber noch wichtiger ist. Patrick Voss hat offenbar auch den Ner derjenigen getroffen, die mit Bus und Bahn unterwegs sind. Denn neben dem Jurypreis sicherte er sich auch den Publikumspreis, der per Online-Voting ermittelt wurde.

Für seine politische Arbeit kann er daraus Nutzen ziehen. "Auch in Dinslaken und im ganzen Kreis Wesel ist vieles in Sachen Öffentlicher Personennahverkehr noch verbesserungsfähig", sagt er, und daran will er arbeiten - beispielsweise in der Arbeitsgruppe Verkehr der nordrhein-westfälischen Bündnisgrünen, deren stellvertretender Sprecher er ist.

Auf der Ebene der grünen Jugend im Kreis Wesel, die es in der Form erst seit Oktober vergangenen Jahres gibt, allerdings lässt sich die Zusammenarbeit noch besser organisieren. Regelmäßige Zusammenkünfte der etwa 15 aktiven Mitstreiter gibt's bislang noch nicht, berichtet Voss. Die Diskussion über aktuelle Themen läuft im Wesentlichen über eine WhatsApp-Gruppe. Gemeinsam mit seinem Co-Sprecher Micha Thölke will er für regelmäßige Treffen der Aktiven sorgen und möglichst weitere Jugendliche aktivieren.

Die, so ist er sicher, sind politisch schon interessiert, würden von der Art wie politische Themen im Unterricht behandelt würden, aber eher abgeschreckt. Er dagegen will auf die "Chancen aufmerksam machen, die Politik bietet". Und darum plant die grüne Jugend im Kreis Wesel ganz aktuell auch Aktionen, die dazu führen sollen, die Bedeutung der Kinder- und Jugendparlamente in allen Kommunen des Kreises zu stärken. Von seiner Partei fühlt der Jungpolitiker sich und seine Mitstreiter "anerkannt und gut unterstützt", was freilich nicht bedeutet, dass der grüne Nachwuchs nicht auch seine eigenen Themen setzen möchte.

"Wir fühlen uns keineswegs nur als Anhängsel der Partei", sagt Patrick Voss.

Quelle: RP
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