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Kreis Wesel
Prognose: Bestand von Sozialwohnungen sinkt

Kreis Wesel. Der Paritätische und Sozialverband VdK sehen Kreis Wesel vor einer großen Herausforderung stehen.

Prognosen zu Folge sinkt der Bestand von Sozialwohnungen (barrierefrei) im Kreis Wesel stark. Das ergab eine Analyse der NRW Bank, die den Bestand aus dem Jahr 2015 auflistet und einen Ausblick auf das Jahr 2030 gibt.

"Der Paritätische" und der Sozialverband Vdk befürchten nach der derzeitigen Lage große Lücken im sozialen, barrierefreien und bezahlbaren Wohnungsbau im Kreis Wesel. Das teilten Vertreter der Kreisverbände gestern in einer Pressekonferenz mit. Denn gleichzeitig wachse der Bedarf an diesen Wohnungen: "In unsere Sprechstunden kommt die Wohnungssituation oft zur Sprache", sagt Horst Vöge, Landesvorsitzende des Sozialverbands Vdk, der seinen Mitgliedern eine sozialrechtliche Beratung anbietet. Die Zahl der Haushalte, die Anspruch auf Wohnraumförderung haben, steige, ebenfalls die von Armut bedrohte Bevölkerung. "Die Armutsgefährdungsquote im Kreis Wesel liegt derzeit bei 18 Prozent der Bevölkerung vom 15. bis zum 65. Lebensjahr, Tendenz steigend", sagt Vöge. Wegen dieser Daten sei es wichtig, preisgünstigen, barrierefreien Wohnraum anzubieten, so die beiden Verbände. Der Kreis Wesel stehe vor einer wohnungspolitischen Herausforderung.

Nach der NRW-Bank Analyse ist Rheinberg am stärksten von der Abnahme betroffen: Von 498 barrierefreien Sozialraumwohnungen (Stand 2015) werde es im Jahr 2030 nur noch 170 geben, das entspräche einem Minus von 66 Prozent. In Wesel falle der Bestand laut Prognose um 42 Prozent, in Moers um 11 Prozent.

Die beiden Organisationen fordern eine Ausweitung der Förderprogramme zum barrierefreien Wohnen. Der soziale Wohnungsbau müsse bei der Planung berücksichtigt werden und vorausschauend gesteuert werden. Der Geschäftsführer des Kreisverbandes von "Der Paritätische", Andreas Fateh, regt an, dass dafür eine kreisweite Arbeitsgruppe gebildet werden könne, in der sowohl die Wohlfahrtsverbände als auch die Wohnungsfirmen miteinbezogen werden.

(ubg)
 
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