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Wesel
Raiffeisen-Speicher wird abgerissen

Wesel: Raiffeisen-Speicher wird abgerissen
FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Anfang 2017 beginnen die Abbrucharbeiten im Stadthafen. Delta-Port führt bereits Gespräche mit Interessenten. Von Klaus Nikolei

Die Silhouette Wesels wird sich im kommenden Jahr stark verändern. Denn das riesige RWZ-Speichergebäude an der Hafenstraße, eines der prägenden Gebäude im Stadthafen, wird abgerissen und schafft Platz für eine Neuansiedlung. Wie die RP gestern auf Anfrage bei Andreas Stolte, dem Chef der Delta-Port-Hafengesellschaft, erfuhr, gibt es bereits mehrere Interessenten für das 150.000 Quadratmeter große Areal, das bis Ende 2017 "besenrein" von der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein Main zurückgegeben wird.

"Wir hoffen, dass wir im Verlauf des kommenden Jahres einen Vertrag mit einem Unternehmen aus dem Bereich der Schüttgüter unterzeichnen können", so Stolte. Dem ist es wichtig zu betonen, dass die rund 80.000 Tonnen Beton und Schutt nicht auf irgendeiner Deponie landen, sondern an geeigneter Stelle wiederverwertet werden.

In dem 1962 errichteten Kraftfutterwerk, an dem der Zahn der Zeit seit längerem nagt, waren in den Hochzeiten bis zu 150 Mitarbeiter beschäftigt.

In den letzten Jahren wurde es allerdings nur noch als Umschlagplatz genutzt. Sprich: Regionale Landwirte lieferten Weizen und Mais zur Hafenstraße. Das Getreide wurde dort in Binnenschiffe verladen. Oder aber Futtermittel wie Soja wurde per Schiff aus den Niederlanden angeliefert und in dem Speicher gelagert. Der einzig verbliebene Mitarbeiter wird am 31. Dezember den Schlüssel umdrehen. Ihm wurde nach Auskunft der RWZ mit Sitz in Köln bereits eine neue Anstellung im Unternehmen angeboten. Im Februar oder März sollen dann die Abrissbagger anrollen.

Traurig über den Abriss der Raiffeisen Waren-Zentrale ist vor allem Silja Meyer-Suchsland. Die Leiterin

des rührigen Vereins Stadttaubenprojekt Wesel wird nämlich das auf dem Dach des RWZ-Gebäudes errichtete Taubenhaus sowie die angrenzende Auffangstation aufgeben müssen. Denn Gespräche mit angrenzenden Firmen sind nach Angaben der Tierfreundin ohne Aussicht auf Erfolg verlaufen. "Offensichtlich geht man bei den Unternehmen davon aus, dass die neue Fläche samt direktem Umkreis - vermehrten - Verunreinigungen durch den Taubenschwarm ausgesetzt sei. Dabei bleibt der Taubenkot zu mehr als 80 Prozent in dem Holzhaus. Die Stadttauben, deren Eier wir gegen Kunsteier austauschen, verlassen nämlich nur für Rundflüge am Tage ihre Unterkunft", erklärt Meyer-Suchsland.

Der Verlust der beiden Taubenhäuser, die vor sechs Jahren für knapp 6000 Euro gebaut wurden, ist für das Projekt enorm. Denn ein Abbau der massiven Holzhäuser ist personell nicht zu stemmen. Und für ein Herunterheben der Hütten mit einem Kran hat sich bisher noch keine Firma gefunden. Daher gilt es nun für den Verein, neben der vordringlichen Standortsuche in der Hafenstraße, Sponsoren zu gewinnen, die dem Projekt den Neustart am Rhein ermöglichen.

Der Verein setzt sich seit 2010 für die tierschutzgerechte Reduzierung der Stadttauben ein. Er unterhält ein Taubenhaus auf dem Kaufhof-Parkdeck sowie einen Taubenraum im Domviertel.

Kontakt: Tel. 0281 4056363

Quelle: RP
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