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Wesel
Rassegeflügelschau mit über 12.000 Tieren

Wesel: Rassegeflügelschau mit über 12.000 Tieren
Lea Niwa mit einer Huhntaube, Wilma Oesterwind mit Zwerghahn Ohiki und Stefan Sommer mit einer Bergischen Schlotterkämme. FOTO: arfi
Wesel. Geflügelzüchter aus ganz Deutschland kamen am Wochenende in die Rheinberger Messehallen. Von Sabine Hannemann

Einige der schönsten Hühnervögel ganz Deutschlands waren am Wochenende in Rheinberg zu sehen. Sagenhafte 12.000 Tiere waren in den Messehallen zu bestaunen. Für Wolfgang Terwege, Landesverbandsvorsitzender der Rheinischen Geflügelzüchter, ist die Ausstellung gelungen. "Die Züchter und Besucher nehmen Anfahrten aus ganz Deutschland auf sich. Vielfalt ist gegeben und macht zudem neugierig." Das hohe züchterische Niveau der ausgestellten befiederten Tiere hatten bereits am Donnerstag die Richter kritisch unter die Lupe genommen. Sie achteten auch auf Hygiene und Verhalten, wie Peter Ruland vom Vorstand des Landesverbandes Rheinischer Rassegeflügelzüchter erläuterte.

Mit dabei war die Moerserin Wilma Oesterwind, seit über 30 Jahre Züchterin. Ihr liebstes Federvieh ist die japanische Rasse Ohiki, die trotz geringer Körpergröße optisch eine Menge her macht. Die lange Federsichel ist ein Kriterium für gute Zucht. "Mir macht das Züchten einfach Spaß. Und die Hennen legen sogar noch ein Ei", freut sich die Moerserin. Mit der Note "Sehr gut" haben die Richter ihre Exemplare ausgezeichnet. Dass die Rasse Ohiki so klein ausfällt, hat seinen Grund, wie Wilma Oesterwind verrät. "Die Japaner haben weniger Platz." Sorgen macht sie sich allerdings auch um die aktuelle Situation in Sachen Vogelgrippe. "Meine Ohikis bleiben dann in der Voliere. Sie sind mit kleinem Raum zufrieden." Anders das gefiederte Exemplar von Stefan Sommer, der sogar mit seiner "Bergschen Schlotterkämme" den Titel "Deutscher Meister" geholt hat. Aus dem Westerwald reiste er mit der alten Hühnerrasse an. "Die Richter legen Wert auf den grünen Glanz im Gefieder, die dunklen, schieferfarbigen Läufe und die weißen Ohrscheiben." Den Charakter der Rasse bezeichnet er als lebendig und agil. "Sie brauchen viel Platz."

Über seinen Vater, ein Taubenzüchter, kam Stefan Sommer an die Hühnerzucht. "Auf Föhr haben wir damals ein Huhn gekauft. Bei den Hühnern bin ich hängengeblieben", erinnert er sich. Mittlerweile könne er nicht ohne, sagt er über seine Leidenschaft. "Ich züchte die alte Landrasse, um sie zu erhalten", sagt Sommer.

Völlig anders die Huhntauben, die so genannten Kingtauben. Eine Rasse, die schon im Mittelalter gezüchtet wurde und Familien ernährte. Lea Niwa (20) ist die Besitzerin und zum zweiten Mal bei einer Ausstellung. "Mich machen meine Tiere stolz. Bei einer Ausstellung treffe ich auf Menschen, die sich dafür interessiere", sagt die Oberhausenerin. "Tauben beruhigen mich." Völlig anders das eine gefiederte Exemplar vom Passauer Josef Hartsberger. "Der Hahn war nach der Mauser noch nicht in Schauverfassung", sagt der 49-Jährige. Er züchtet Satsumadori, eine alte orientalische Kampfhuhnrasse, die heute eher als gemäßigtes Sporthuhn zu bezeichnen ist, wie Hartsberger verrät. "Wir Hühnerzüchter sind verrückte Leute. Die mit exotischen Rassen sind noch eine Stufe verrückter", so der Passauer, der zudem noch Chabos züchtet. "Die Zwerghühner sind der Gegenpol zum Kampfhuhn", meint er.

Verbunden mit der 121. Rheinischen Landesverbandsschau waren weitere Schauen wie Landesjugendschau, Zuchtbuch Stammschau, VHGW-Bundesschau und Deutsche Zwerghuhnschau.

Quelle: RP
 
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