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Schermbeck
Rattengift-Attacke: Hund Dago musste eingeschläfert werden

Schermbeck: Rattengift-Attacke: Hund Dago musste eingeschläfert werden
Am Weg entlang des Regenrückhaltebeckens an der Maassenstraße hat Barbara Buschmann ihren Hund frei laufenlassen. Unbekannte müssen dort einen Giftköder ausgelegt haben, die Gemeinde war es jedenfalls nicht. FOTO: Malz
Schermbeck. Barbara Buschmann (54) trauert um ihren Hund. Der zwei Jahre alte Bardino-Dackel-Mischling hatte Rattengift gefressen, das Unbekannte in Schermbeck ausgelegt haben. Das Ordnungsamt ist über den Vorfall entsetzt. Von Julia Lörcks

Für Barbara Buschmann ist am Samstagmorgen eine Welt zusammengebrochen. Schweren Herzens musste die 54 Jahre alte Schermbeckerin ihren zwei Jahre alten Bardino-Dackel-Mischling, den sie vor anderthalb Jahren aus dem Tierheim in Bottrop geholt hatte, in der Tierklinik in Duisburg einschläfern lassen. Die Diagnose des dort behandelnden Veterinärs ließ ihr keine andere Wahl: "Wir können nichts mehr tun, Dago wurde vergiftet - wahrscheinlich mit Rattengift", sagte der Tierarzt.

Was war geschehen? Am vergangenen Freitagmorgen ging Buschmann wie jeden Morgen mit ihrem Hund spazieren. In Höhe des Regenrückhaltebeckens an der Maassenstraße ließ sie Dago kurz frei. "So ein junger Hund muss sich auch mal auspowern", berichtet Buschmann. Bevor sie am Nachmittag für drei Stunden zur Arbeit fuhr, fütterte sie ihren Hund noch schnell. Alles war in bester Ordnung.

Gegen 19.30 Uhr kehrte sie wieder heim, ihr Hund hatte sich bis dahin schon dreimal übergeben. "Ich habe mir nichts dabei gedacht", sagt die Schermbeckerin, die seit 13 Jahren einen Vierbeiner mit Fell an ihrer Seite hat. "Hunde sind mein Lebensinhalt, ohne sie, bin ich kein Mensch", sagt Buschmann, die alleinstehend ist.

Im Laufe des Abends ging es Dago immer schlechter, Buschmann rief eine Freundin an, die ihr wiederum riet, einen Tierarzt aufzusuchen. Gesagt, getan. Notdienst hatte ein Veterinär aus Drevenack, der dem Tier eine Spritze gab und die Frau nach Duisburg verwies. "Er sagte zu mir, dass ich ganz schnell die Tierklinik aufsuchen sollte. Schließlich hätte Dago bereits eine lebensbedrohliche Untertemperatur und Krämpfe", so Buschmann. Genauer gesagt ist das Tier innerlich verblutet, wie sich später in der Fachklinik herausstellte.

Gerd Abelt, Leiter des Ordnungsamtes in Schermbeck, ist betroffen. "So einen Fall hat es hier noch nicht gegeben." Und da es sich um einen öffentlich zugänglichen Bereich handelt, wird er das Geschehen auch weiter beobachten. Fest steht jedoch: Die Gemeinde hat nach Aussagen von Abelt in diesem Bereich noch nie Rattengift ausgelegt. "Das wäre auch viel zu gefährlich. Rattenbekämpfung findet von unserer Seite ausschließlich im Kanalbereich statt. Der Köder muss also von Dritten ausgelegt worden sein."

Das denkt Buschmann auch, laut aussprechen möchte sie den Verdacht aber nicht. Immerhin will sie aber die Öffentlichkeit über den tragischen Vorfall informieren. "Ich habe bei der Gemeinde Bescheid gegeben und bei der Polizei eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Schließlich gehen einige Hundebesitzer auf dem Rundweg des Regenrückhaltebeckens an der Maassenstraße spazieren."

Auch Buschmann hat dies künftig wieder vor: "Eine Freundin sagte mir, du ohne Hund, das geht nicht." Also fuhren die beiden am Dienstag zum Tierheim nach Bottrop.

Quelle: RP
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