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Hamminkeln
Realschüler helfen Flüchtlingskindern

Hamminkeln. Gemeinschaftsgrundschule Hamminkeln: Lehrer, Eltern, Erzieherin und Realschüler unterstützen Flüchtlingskinder beim Ankommen. Von Thomas Hesse

Wian aus Syrien strahlt. Zum Foto haben sich Pia Grunendahl und Chiara Verhasselt von der Heinrich-Meyers-Realschule neben den Knirps aus der Klasse 1b gesetzt. Sie kennen sich gut, denn die Schülerinnen und weitere zehn aus den 10er-Klassen betreuen Flüchtlingskinder. Jeweils montags und freitags sind sie an der Grundschule, haben für jedes Kind eine Materialkiste, gehen raus mit ihnen, sprechen viel und bringen ihnen Deutsch bei. "Die jungen Lernhelfer sind mit Begeisterung, Liebe und sehr viel Wohlwollen dabei", sagt Simone Steltmann, Klassenlehrerin der 3b. Sie und Andrea Becker (1b) haben die Idee entwickelt. "Wir sind begeistert von so viele Engagement weit über den normalen Dienst hinaus", sagten Schulleiterin Elisabeth Theuer und Vize-Chefin Andrea Böhm.

Über Günther Crefeld von der Flüchtlingshilfe wurde der Kontakt zu Realschul-Rektor Bernd Rolles hergestellt, der einen Aufruf startete und sehr gute Resonanz fand. Mittlerweile gehört der Einsatz der Realschüler zum Alltag an der Grundschule. Ihre Mithilfe in den Lernbereichen Deutsch und Mathematik ist hochgeschätzt. Wichtig ist, dass es ein Konzept zur Integration gibt. "Es gibt für jedes neue Kind eine Materialkiste, Namensschild und Einzelbetreuung. Jedes soll sich willkommen fühlen und merken, dass es bei uns stressfrei zugeht", sagt Andrea Böhm. Wichtig sei das besonders, weil viele traumatisierte Schüler ihr Päckchen mitbringen. Der schulische Alltag ist nicht einfach, nie weiß die Schulleitung, ob und wann neue Kinder kommen. Die Klassengrößen rangieren mit 30 Kindern an der Obergrenze. 14 Flüchtlingskinder sind an der Schule - eine Momentaufnahme, die sich schnell ändern kann. Vielfach erschwert eine große Bandbreite des Bildungsstandes den Einstieg. "Es fehlt oft an Basisfähigkeiten, an Wahrnehmung und Konzentration", sagt Elisabeth Theurer. Es gibt auch Kinder, die Schule bisher gar nicht kennengelernt haben.

Teil des ehrenamtlichen Engagements ist die pensionierte Erzieherin Hönig. Sie arbeitet mit den Kindern im Bereich Deutsch als Zweitsprache, kommt dreimal die Woche und lehrt in Kleingruppen. "Die von ihr geförderten Kinder haben sehr viel Spaß und sind höchst motiviert, spielerisch deutsche Vokabeln zu lernen und in Gesprächen anzuwenden", sagt Elisabeth Theurer. Zufrieden ist sie mit der Unterstützung des Schulträgers, also der Stadt.

Aktuell arbeitet die Schule daran, die Kinder in den Ganztagsunterricht einzubeziehen. Dünne Busverbindungen in die Ortsteile, wo die Unterkünfte stehen, sind bisher ein Hindernis.

Eine Lösung ist in Sicht, es muss nur noch die Kostenseite über das förderfähige Schoko-Ticket geklärt werden.

Quelle: RP
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