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Kreis Wesel
Regionalverband für Kreis wieder ein Reizthema

Kreis Wesel. Der RVR will 2027 die Internationale Garten-Ausstellung ausrichten. Kritiker rechnen mit 200 Millionen Euro Kosten. Von Fritz Schubert

Die Tradition des laufenden Sitzungszuges, die Behandlung haushaltsrelevanter Themen auf Kreisausschuss beziehungsweise Kreistag zu vertagen, blieb gestern auch im Ausschuss für Kreisentwicklung und strukturellen Wandel gewahrt. Bestand auf grundsätzlicher Ebene hatte auch eine Auseinandersetzung über den Regionalverband Ruhr (RVR). Der will nämlich 2027 die Internationale Garten-Ausstellung (IGA) ausrichten, was im Kreis Wesel von vielen mit Skepsis gesehen wird.

So wird zwar einerseits wohl schon am Freitag in der RVR-Verbandsversammlung der Beschluss zur Bewerbung gefasst. Doch sind in den Kommunen die Entscheidungen dazu teils später terminiert. Das heißt: Sollte der Weseler Kreistag am 17. März dagegen sein, wird Essen trotzdem schon unterwegs Richtung IGA. Davon unabhängig sind es nach Erfahrungen mit der Kulturhauptstadt Europas 2010 mal wieder die Finanzen, an denen sich die Geister scheiden. Rudolf Kretz-Manteuffel (FDP) nannte die Vorlage der Verwaltung "verschleiernd" und hatte Informationen, dass der RVR mehr als 200 Millionen Euro Eigenmittel aufbringen muss, die von den Kommunen eingesammelt werden müssten. Hubert Kück (Grüne) kritisierte, die IGA weise keine nachhaltigen Projekte auf und sei nicht notwendig. Wolfgang Weinkath (AfD) schloss sich diesen Sichtweisen an und plädierte dafür, mit einem geschlossenen Nein wenigstens ein Zeichen zu setzen.

Auf der Gegenseite sagte Heinz-Günter Schmitz (SPD), dass damit schon wegen der Kräfteverhältnisse im RVR nichts erreicht werde. Zudem sei es besser mitzuziehen und von Entwicklungen in der Region zu profitieren. Diese werde es geben, "wenn man es richtig macht". Von den Kritikern indes wird angezweifelt, dass Zukunftsweisendes überhaupt passiert. Kretz-Manteuffel trug vor, was für fünf Standorte geplant ist. Offenbar Blümchenschauen. "Tradition, wie man es seit 50 Jahren macht", sagte der Liberale. Und: "Mit der IGA ist es wie mit den Olympischen Spielen: Keiner will sie mehr haben." Zudem erinnerte er daran, dass der RVR mit dem Kreis Wesel seinerzeit über einen Austritt nicht mal verhandeln wollte. Die Kündigung des Kreistags scheiterte bekanntlich daran, dass die SPD 2008 die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit verhindert hatte.

Quelle: RP
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