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Hamminkeln
Reparaturen am Turm der Brüner Kirche

Hamminkeln: Reparaturen am Turm der Brüner Kirche
Während Baukirchmeister Karl-Heinz Reßing am Boden blieb, nahm Pfarrer Klaus-Hermann Heucher den Turm von oben unter die Lupe. FOTO: Fritz Schubert
Hamminkeln. Die Spitze des evangelischen Gotteshauses muss wahrscheinlich saniert werden. Ein Gutachter soll Umfang und Kosten ermitteln. Von Fritz Schubert

Brünens Kirchgänger haben nichts zu befürchten. Dachdecker Dirk Jarchau und seine Mitarbeiter sorgten gestern für Sicherheit rund um das evangelische Gotteshaus in der Dorfmitte. Mit Hilfe einer Hebebühne der Firma Gardemann schraubten sie sich bis zum fast 50 Meter vom Boden entfernten Hahn auf der Turmspitze empor. Die Mannschaft reparierte allerlei bekannte Schäden am Dach und nahm es dabei gleich auch weitere Blessuren unter die Lupe. Während zunächst die Gefahren für Fußgänger und auch das Gebäude selbst gebannt wurden, ergab sich die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen. Ein Gutachter wird kommen müssen, um Umfang und Kosten weiterer Sanierungen zu ermitteln.

Man muss mit Baukirchmeister Karl-Heinz Reßing schon ein gutes Stück zurücktreten, um die beiden größeren Löcher im Turmdach von unten sehen können. Sie befinden sich im abgewinkelten flacheren Teil der Konstruktion, knapp über der Dachkante. Ein Blick auf Bilder, die Pfarrer Klaus-Hermann Heucher von der Arbeitsplattform aus gemacht hat, verdeutlicht das Ausmaß. An beiden Stellen fehlen gleich mehrere Schieferplatten.

Nicht nur Wasser, der Feind eines jeden Gebäudes, dringt hier ein. Die Löcher sind ideale Einstiegshilfen für Dohlen, berichtet Reßing. Die Vögel hinterlassen ordentlich Dreck. Die Dachdecker schließen die Öffnungen jetzt zur rechten Zeit, nämlich außerhalb der Brutphase, und sichern den Bau auch an anderen Stellen. Manche Schieferplatten sitzen locker. Teilweise sind Nägel weggerostet. Eindringende Feuchtigkeit hat zudem dem Holz zugesetzt. Es gibt Faulstellen, wie Reßing weiß. Die letzten größeren Sanierungen hat es vor 18 Jahren gegeben. Doch nun scheint mehr zu machen zu sein.

Wie umfangreich die Sanierung sein muss, steht noch lange nicht fest. Reßing mutmaßt, dass der komplette Dachstuhl erneuert werden müsste. Das hieße, dass mittelfristig der Kirchturm eingerüstet werden muss. Das soll nun der Gutachter klären. Auf der Grundlage seiner Erkenntnisse wird sich die Evangelische Kirchengemeinde An der Issel, seit der Fusion der kleineren Gemeinden als Dachorganisation für solche Fälle zuständig, mit dem Fall befassen müssen. Je nach Dringlichkeit und Kassenlage wird dann entschieden, ob und wo das Vorhaben auf der Prioritätenliste landet.

Für Karl-Heinz Reßing, im Presbyterium für alles Bauliche in Brünen aktiv, wird es ein weiteres Projekt sein. Seit 2008 ist der heute 68-Jährige aus Weselerwald im Amt. In der Zeit gab es bereits Erweiterungen und Sanierungen am Gemeindehaus und am Kindergarten, Arbeiten an Wohnungen im Gemeindehaus sowie den Bau einer Toilettenanlage an der Kirche. Da sei anfangs so mancher skeptisch gewesen, ob man das denn unbedingt brauche. Heute aber, so Reßing weiter, werde die Neuerung überwiegend gelobt. Senioren wüssten sie ebenso zu schätzen wie Mütter mit kleinen Kindern. Außerdem könne man die Toiletten auch bei besonderen Veranstaltungen in der Kirche gut gebrauchen.

Die erste Steinkirche wurde in Brünen übrigens im 13. Jahrhundert mit Seitenschiff und Turm errichtet. Im 15. Jahrhundert folgten Hauptschiff und Chor, ebenso Fresken und eine Bronzeglocke. 1899 wurde der Turmhelm aufgesetzt. Der Innenraum wurde 1964 renoviert. Im gleichen Jahr kam die Bronzeskulptur "Die Trauernde" des Künstlers Otto Pankok (1893-1966) vom nahen Haus Esselt. Das Außenmauerwerk und der Dachstuhl wurden 1999 saniert.

Quelle: RP
 
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