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Schermbeck
Rettet das Trafohaus!

Schermbeck. In Damm will sich ein Verein gründen, um das Transformatorenhaus am Ortseingang zu erhalten. Es besteht seit fast 100 Jahren und wird vom RWE nicht mehr benötigt. Für viele Einheimische hat das Gebäude „Kirchturmcharakter“. Von Helmut Scheffler

Eine Zeitlang sah es so aus, als würde das Transformatorenhaus am Dammer Elsenberg sein 100-jähriges Bestehen nicht mehr erleben. Doch nun soll ein „Turmverein Damm“ gegründet werden, um das Bauwerk für die dörfliche Gemeinschaft zu erhalten.

Nach mehreren Stürmen in den letzten Jahren, die zu erheblichen Schäden an den Überlandleitungen führten, beschloss das RWE, diese Art der Stromversorgung durch eine Erdverkabelung zu ersetzen. Die Arbeiten sind weitgehend abgeschlossen. Dadurch ist das alte Trafohaus am Elsenberg eigentlich überflüssig geworden. Ein Versuch, den Schützenverein für die Übernahme der Betreuung zu bewegen, scheiterte während der jüngsten Jahreshauptversammlung (RP berichtete). Der Schützenverein ist wegen zahlreicher anderer Verpflichtungen nicht bereit, das alte Trafohäuschen am Elsenberg zu kaufen und zu betreuen.

„Motor“ Ernst-Hermann Goebel

Eine private Gruppe möchte nun diese Aufgabe übernehmen. Der 58-jährige Ernst-Hermann Goebel, der seit 1983 in Damm wohnt, hat die Initiative ergriffen und inzwischen mit dem RWE gesprochen. Das Unternehmen ist bereit, das Trafohaus für einen Euro abzugeben. Darüber hinaus will das RWE dem Verein noch einen Geldbetrag übergeben, weil das Unternehmen selbst Kosten spart, die durch den Abriss entstehen würden.

Die Volksbank Schermbeck hat nach Angaben von Hermann Goebels zugesagt, die Versicherungskosten zu übernehmen. Der Initiator hat inzwischen die ersten Mitstreiter gewinnen können. Es ist jene Mannschaft, die vor Jahren das Trafohaus mit dem großformatigen Dammer Schützenemblem versah. Rüdiger Terstegen, Jörg Terstegen und Stefan Hemmert wollen ebenso im neuen Verein mitwirken wie Jörg Gruetzmann, André Burre, Jörn Berger, Andreas Kamps, Willi Hessing, Dirk Kühnert und Ernst-Hermann Goebel. Für diese Dammer ist das Trafohaus mehr als ein Gebäude mit reiner Funktionalität. Für sie als Turmschützer ist das schmale Gebäude ein Denkmal der Geschichte der Elektrifizierung ihres Heimatraumes.

Jedes Jahr ein Fest

„Wir brauchen kein Aldi-Schild“, sagt Goebel, „unser Turm sagt viel malerischer, wo es lang geht.“ Der Turm vermittle den Dammern das Gefühl, zu Hause zu sein. Das Gebäude sei nicht nur weithin sichtbarer Eingangspunkt zur Siedlung, es sei auch eines der wenigen Trafohäuser mit Kirchturmcharakter.

Der Verein ist zwar noch nicht gegründet, aber die Macher haben schon Ideen entwickelt. Jeder Dammer solle gegen eine geringe Jahresgebühr Mitglied im Turmverein werden können. Goebel denkt daran, einmal jährlich ein Turmfest zu veranstalten, um die dörfliche Gemeinschaft zu festigen und weiteres Geld zu erwirtschaften. Der kleine Raum im Turm eigne sich zudem für die Ausstellung von Zeugnissen zur Geschichte der Elektrifizierung, so Goebel.

Quelle: RP
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