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Serie Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel - Präsentiert Von Altana (folge 5)
Richtig bewerben im Handwerk

Serie Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel - Präsentiert Von Altana (folge 5): Richtig bewerben im Handwerk
Für den stellvertretenden Kreishandwerksmeister Norbert Borgmann kommen die Schulnoten der Bewerber erst an dritter Stelle. FOTO: E. Malz
Wesel. Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz gelten in Handwerksberufen teils andere Bedingungen als in kaufmännischen Feldern. Mit Herzblut und ein paar Kardinaltugenden geht vieles leichter, weiß Norbert Borgmann (Kreishandwerkerschaft). Von Fritz Schubert

Kreis Wesel Wer in der Schule nicht zu den Überfliegern zählt, der kann trotzdem im Berufsleben erfolgreiche Wege gehen. Schwächen im Rechnen lassen sich beheben. Entscheidend ist das Wollen. Mit Herzblut und ein paar Kardinaltugenden geht vieles leichter, weiß Norbert Borgmann. Für den stellvertretenden Kreishandwerksmeister und Obermeister der HSK-Innung (Heizung, Sanitär, Klima) aus Wesel kommen die Schulnoten der Bewerber um Ausbildungsplätze erst an dritter Stelle. "Im Handwerk gibt es eben besondere Bedingungen", sagt der 59-Jährige. "Wenn die Schulnoten nicht so gut sind, dann muss man bei der Vorstellung die individuellen handwerklichen Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellen."

Einsatzfreude ist dabei hilfreich. Der Spaß am Beruf, den in Folge 3 der RP-Serie bereits Haustechnik-Kollege Heinz Rühl betont hatte, ist auch für Borgmann das Wichtigste. Interesse zeigen, den Betrieb kennenlernen wollen, probearbeiten und dabei zeigen, was man vielleicht schon kann: Das sind die Ratschläge, die der Weseler jedem Bewerber gibt. Und vor allen Dingen: Die jungen Menschen müssen von sich aus kommen, selbst die Initiative ergreifen und nicht Eltern oder Großeltern vorschicken.

Das gilt auch für das Schreiben von Bewerbungen. "Es gibt Leute, die lassen das andere für sich machen. Das ist natürlich fern jeder Realität und ein erfahrener Meister merkt es spätestens bei der Probearbeit. Auf jeden Fall solle man seine Bewerbung selbst schreiben. Mit der Maschine beziehungsweise dem PC oder auch mit der Hand. Nur leserlich muss es sein und ein lückenloser Lebenslauf dabei sein. Ein wiederholtes Schuljahr darin zu verschweigen, so Borgmann, sei übrigens sinnlos: "Erstens kommt es sowieso raus und zweitens ist es gar nicht schlimm."

Bewerbungsmappen gehen bei Borgmann zuhauf über den Tisch. In manchen sind gleich reihenweise Praktika im vermeintlichen Traumjob aufgelistet. Alles rund ums Kfz spielt bei den Jungen die Hauptrolle. Manche machen gleich drei Praktika in der überlaufenen Branche und werden teils ausgenutzt, wenn sie nur Autos waschen und Reifen wechseln.

Nach dem Spaß am Beruf kommt an zweiter Stelle der Borgmann'schen Kriterien das Thema Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. "Sonst funktioniert ein Betrieb nicht", sagt er. Von 7.30 bis 7.45 Uhr müssen 25 Leute mit ihren Wagen vom Hof sein. Warnzeichen entnimmt Borgmann dabei oft den Zeugnissen. Gab es früher die sogenannten Kopfnoten für Ordnung, Fleiß oder Beteiligung am Unterricht, so gibt es heute Angaben über Fehlzeiten. Selbstverständlich kann man mal krank sein, aber wer 60 Stunden unentschuldigt fehlt, macht nicht den besten Eindruck.

Und schließlich die Noten: Wenn andere Voraussetzungen stimmen, lässt sich Borgmann nicht davon abschrecken. Er glaubt nicht daran, dass man sich fehlendes Rüstzeug nicht noch nachträglich aneignen kann. Spätestens dann, wenn man merkt, dass man bestimmte Berechnungen im Job einfach beherrschen muss. Wer ein so kompliziertes Gerät wie das Handy bedienen könne, der müsse auch manches andere noch lernen können.

Zur richtigen Einstellung gehört der freundliche Umgang mit Kunden. "Wir haben jeden Tag mit neuen Leuten zu tun und kommen für sie oft wie die Retter. Wenn sie verzweifeln, machen wir ihnen mit fünf Handgriffen die Bude wieder warm. Und dann bedanken sich die Kunden bei dir. Wo gibt es das sonst noch?" fragt Bormann. Nach getaner Arbeit muss man sich mit den Kunden freuen können und fragen, ob man sonst noch etwas tun kann.

Quelle: RP
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