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Hamminkeln
Ringenberger klar für Wohnungsbau

Hamminkeln. Bürgerversammlung zur Zukunft der Grundschule im Dorf: Nur Teile der Politik wollen die Förderschule. Von Thomas Hesse

Am Ende der Bürgerversammlung gestern im Ratssaal war das Ergebnis so eindeutig wie es nur sein kann: Die Bewohner von Ringenberg möchten barrierefreien Wohnraum für Ältere in der leeren Grundschule und dem angrenzenden Kindergarten, der bekanntlich einen Neubau erhält. Dann können junge Familien die leer werdenden Häuser übernehmen. Die Dorfgemeinschaft, bestehend aus Vereinen und Gruppen, will mehr einbezogen werden.

Die Pläne des Neukirchener Erziehungsvereins, eine Förderschul-Dependance in Ringenberg einzurichten, werden von den Einheimischen skeptisch gesehen. Sie wollen sich nicht das letzte wichtige Grundstück aus der Hand nehmen lassen. Eine Ringenbergerin fasste die Stimmung so zusammen: "Ich will als Ältere in Ringenberg bleiben. Ich spreche für viele Ringenberger." Dennoch: Die Kontroverse bleibt. Teile der anwesenden Politik befürworteten den sozialen Aspekt, Förderschüler am Ort zu betreuen. Die Verwaltung rechnete intensiv vor, dass ein Verkauf statt Vermietung die städtische Bilanz beeinträchtigte.

Zuletzt waren im Ort Zweifel aufgekommen, ob der Erziehungsverein in der Lage sein wird, eine Förderschule einzurichten. Der Kreis Wesel will bisher keinen Zuschuss zu den Umbaukosten (1,3 Millionen Euro) geben, den die Neukirchener stemmen wollen. Zudem fehlen mittel- und langfristige Zusicherungen des Kreises zum Schüleraufkommen - ein entscheidendes Thema. Auch eine Genehmigung der Bezirksregierung ist nicht avisiert. Erstaunlicherweise spielte das alles keine Rolle in der Debatte, wohl aber die ausgiebige finanzielle Darstellung, wie die Buchwerte der Gebäude bei einem Verkauf an einen Investor die städtische Bilanz belastet.

Gegen die Rechnung gab es heftige Einwände, bis nur noch Experten verstanden haben dürften, was da hin- und hergewendet wurde. Nur als eine gewisse Abneigung gegen eine Förderschule im Dorf spürbar wurde, drohte die Debatte kurz einmal ihren geordneten Verlauf zu verlassen.

Ein teilweise durchaus genervt wirkender Hamminkelner Bürgermeister Bernd Romanski (SPD) wies zurück, nicht transparent geplant und die Dorfgemeinschaft nicht zeitig informiert zu haben. 22 Baugrundstücke gebe es in Ringenberg, die aus verschiedenen Gründen nicht zur Verfügung stehen. Er berichtete von aktuellen Gesprächen, den Bereich Schüllemorgen mit zwölf Wohneinheiten zu bebauen, was vor ein paar Tagen nicht abzusehen war. "Da geht noch was", sagte er. Derweil hatte die Dorfgemeinschaft ein Schnellplanung mitgebracht, die 31 Wohneinheiten in der alten Schulen und den weiteren Gebäuden vorsieht. Der örtliche Investor Pieper steht bereit. Als Ringenberger fühle er sich den Ringenbergern verpflichtet, glaubt Romanski, aber als Stadt könne man nur den Verkauf des Grundstücks beeinflussen, nicht aber die Wohnungsvergabe.

Die Verwaltung muss sich nun um mögliche Baugrundstücke im ganzen Ort und an der Schule kümmern und mit dem Erziehungsverein verhandeln, wie der die offenen Probleme angehen will. Am Ende muss der Rat den Knoten durchschlagen. Sicher kann sich das Dorf derzeit nur bei der Unterstützung durch die CDU sein.

Quelle: RP
 
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