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Wesel/Hamminkeln
Rockschule ab April auch in Wesel

Wesel/Hamminkeln: Rockschule ab April auch in Wesel
Marco Launert ist bis jetzt schon mit seinen Rockschulen in Bocholt und im Kulturbahnhof Hamminkeln. Jetzt kommt ein Standort hinzu. FOTO: Bannemann
Wesel/Hamminkeln. Marco Launert vom Hamminkelner Kulturbahnhof gründet im ehemaligen Trapp-Gebäude in Wesel seine dritte Rockschule. Ihn lockt ein "guter Platz mit dem besonderen Flair vergangener Industrie". Von Thomas Hesse

Marco Launert hat ein Gefühl für Orte, die zu ihm passen. "Ich habe eine Antenne dafür", sagt er. So spürte er schnell bei einem Besuch im "Kunstwerk" in den alten Trapp-Hallen, dass hier ein guter Platz für Musik und Musiker sein kann. Nun macht er Nägel mit Köpfen und gründet seine nächste Rockschule. Sie ist die Nummer drei nach den bestehenden Standorten Bocholt und Kulturbahnhof Hamminkeln, wo weiterhin die Rockschul-Zentrale sein wird. Der Eröffnungstermin samt Programm steht auch schon fest: Es ist Montag, 4. April. Ab 18 Uhr zeigt die Rockschule die Räumlichkeiten und das Angebot. "Zwei unserer Bands spielen. Schließlich ist Bandunterricht bei uns zentral, er ist unser Alleinstellungsmerkmal", erläutert Launert.

Viele der Bands und Teilnehmer in der Hamminkelner Schule kämen aus Wesel, hier bestehe eine große Nachfrage. Die Nachwuchs- und Jungmusiker haben hier Übungsräume, das Equipment von Schlagzeug bis Verstärker steht bereit. Dazu gibt es Konzerte, Möglichkeiten, CDs aufzunehmen, und Projekte mit anderen Kreativen. "Die jungen Musiker in den Bandkontext zu bringen, das Zusammenspiel, Live-Erfahrungen machen und das große Ganze sehen - das ist unsere Spezialität", sagt Rockmusiker Launert, der schon 1998 in Essen seine erste derartige Schule eröffnet hat.

Zwar bekennt sich Launert zum Kulturbahnhof Hamminkeln, die alten Probleme um die Fortführung in der Immobilie an der Bocholter-Strecke sind bekanntlich ausgestanden. "Hier werden die Weichen für die Rockschule gestellt", bleibt Bahnhofsvorsteher Launert im Bild. Aber dem neuen Standort Wesel spricht er einen besonderen Charme zu. Der Industrieflair alter Zeiten und die angestaubte Gemütlichkeit der früheren Mitarbeiterräume haben es ihm angetan. "Ein hochspannender Ort, der von sich aus Atmosphäre hat", meint Marco Launert. Auf Wesel sei er durch Zufall gekommen, denn als er in Angelika Tenbergens "Kunstwerk" zu Besuch war, hätte er Feuer gefangen. Künstlerin Claudia Holsteg-Küpper und Theaterpädagogin Angelika Tenbergen, bekannt auch von der Theaterguppe im Scala, nutzen die leerstehenden Trapp-Hallen in Wesel als Werkstätten (RP berichtete). Mit der Rockschule wird das kreative Leben im industriellen Gemäuer zu einem kleinen kulturellen Zentrum wachsen - mit der Chance, dass die Stadt am Ende ein Stück Alternativkultur abseits des etablierten Betriebs beherbergt. Auf dem bisher unverkäuflichen Trapp-Gelände lässt sich ja viel denken, vom Open-Air-Konzert bis zum Kunstmarkt.

Das wiederum würde Marco Launert gut passen. Er kooperiert gerne mit anderen Künstlern und Leuten, die Wesel und Hamminkeln bereichern wollen. Er sieht sich als Mann der (Förder-)Projekte, die übrigens an alle Rockschul-Standorte angedockt sind. Gerade hat er mit Hamminkelner Flüchtlingen unter dem Titel "Aus aller Welt um die Welt - Flucht und Hoffnung" eine Session hingelegt, bei der Kinder und Erwachsene auch heimische Lieder gesungen und Musiker wie die Lanko aus Wesel die Begleitung eingespielt haben. "Escape and hope" heißt der Song, der auf CD gepresst wird, wenn er fertig abgemischt und gemastert ist. Der Erlös geht komplett an die Ehrenamtlichen "Stadt Hamminkeln bleibt bunt". "Ich finde das großartig", sagt Marco Launert.

Quelle: RP
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