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Wesel
Rocktheater zum Sound von Pink Floyd

Wesel: Rocktheater zum Sound von Pink Floyd
Das Abfeiern kann warten. Erstmal geht um das Genießen von Sound und Licht. FOTO: Sebastian Latzel
Wesel. Tribute-Band Kings of Floyd liefert eine gelungene Show vor nur rund 300 Fans in der Niederrheinhalle. Von Sebastian Latzel

Spätestens seit dem Tod von Keyboarder Rick Wright ist klar, dass es keine Konzerte von Pink Floyd mehr geben wird. Die beiden Masterminds David Gilmour und Roger Waters sind zwar weiter auf Tour, mischen aber gerne auch ihre Solostücke unter das Programm. Wer die komplette Pink-Floyd-Bedienung möchte, ist das daher auf Tribute-Bands angewiesen. Von denen gibt es gerade zu der britischen Progressive-Rock-Band besonders viele. Das mag sicher daran liegen, dass bei Pink Floyd immer schon mehr das Gesamtkunstwerk zählte und nicht der einzelne Musiker. Es geht um die Show, beeindruckende Effekte und dann natürlich auch irgendwie um den typischen Sound. Das ist beim Auftritt der Kings of Floyd in der Niederrheinhalle nicht anders. Da die Show eher eine Art Rocktheater-Aufführung ist, ist es nur logisch, dass die Stühle stehen bleiben und die Fans Platz nehmen. Es geht erst einmal um das Genießen von Sound und Licht, das Abfeiern kann warten.

So wird es auch totenstill, als die Beleuchtung im Saal erlischt und die Kings of Floyd zur Eröffnung den dicken Keyboard-Rollrasen von "Shine on your crazy diamond" auslegen. Gleich mit einem 15-Minuten-Brocken zu starten, ist ein mutiger Einstieg in den Abend. Und schon beim folgenden "Money" zeigt die Band, dass sie sich nicht darauf beschränken will, die Floyd-Songs Note für Note nachzuspielen. Gitarrist Maurus Fischer dehnt die Soli gerne mal aus, und den Einstieg von "Mother" nutzt Sänger Marc Gillespie für einen ironischen Singsang darüber, dass nur knapp 300 Zuschauer in die große Halle gekommen sind. Man habe ihnen gesagt, Wesel wäre ein guter Ort für einen Auftritt. Da würden Tausende kommen. Dann könnten sie ganz viel Geld verdienen und sich sechs Trucks für das ganze tolle Equipment kaufen. "Dann wären wir Australier", meint Gillespie grinsend. Ein Seitenhieb gegen The Australian Pink Floyd die wohl bekannteste Tribute Band, die locker die Oberhausener Arena füllt, zu Eintrittspreisen bei denen sogar die echten Pink Floyd blass werden. "Aber wenn wir so viel Geld haben, spielen wir nicht mehr so gut", ergänzt Gillespie. Und das würde sich keiner im Saal wünschen. Dann beim nächsten Mal lieber wieder nur 300 Zuschauer.

Denn die Kings of Floyd spielen sich sicher durch das Pink-Floyd-Werk, wobei fast alle Stücke aus der goldenen Phase mit den Alben "Dark side of the moon", "Animals", "Wish you were here" und "The Wall" stammen. Das psychedelische Frühwerk wird ganz ausgespart. Schade eigentlich. Aber es würde wohl nicht zum Rocktheater-Charakter passen. Fazit der Abends: Wer auf die ganz großen Effekte wie fliegende Schweine und abstürzende Flugzeuge verzichten kann, macht bei Kings of Floyd nichts falsch. Da waren sich die Zuschauer einig, die zur Zugabe dann auch die Stühle verlassen und bei "Another Brick in the Wall" vor der Bühne tanzen.

Die Kings of Floyd spielten sich sicher durch die Werke aus der die goldenen Phase des Originals. FOTO: Sebastian Latzel
Quelle: RP
 
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