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Wesel
RP-Leser gewinnen eigene Krimi-Lesung

Wesel. Jutta und Peter Lösing hatten Besuch von Thomas Hesse, Krimiautor und Ex-RP-Redaktionsleiter. Im Wohnzimmer der Lösings las er ein "Best of" aus seinen Büchern. Die Lösings hatten das Weihnachtsquiz der RP gelöst - und gewonnen. Von Felix Paus

Um 19.30 Uhr wird es ganz still im Wohnzimmer von Jutta (55) und Peter (66) Lösing. Kein normaler Freitagabend. Denn die Eheleute sind nicht allein. Zehn Freunde sitzen mit ihnen im hellen Raum. Sofas und Sessel sind in einem kleinen Kreis aufgebaut. Da sitzen sie zu elft in einer gemütlichen Runde. Und die sinnliche Ruhe wird nicht nur gebrochen vom Hund "Bo", der mit seinem Schwanz einige Male gegen das Sofa wedelte. Etwas irritiert ist das Tier. Schnell scheint es herauszufinden, was los ist. Denn der Grund für diesen besonderen Abend sitzt mittendrin in der Gruppe. Es ist Thomas Hesse, niederrheinischer Krimi-Autor und ehemaliger Redaktionsleiter der Rheinischen Post. "Ich bin das Geschenk", sagte er. Und alle außer dem neugierigen Vierbeiner wissen, wie er das meint. Hesse war der Hauptpreis des Weihnachtsgewinnspiels der RP. Und Peter Lösing hat es gewonnen. Besser gesagt, seine Frau. "Ich habe es einfach mal versucht", erzählt die kaufmännische Angestellte. Mit einem Gewinn gerechnet hat sie wohl nicht, zumindest verfolgte die 55-Jährige das Geschehen nicht weiter. Dass es am Ende ausgerechnet ihr Wohnzimmer werden sollte, in dem Thomas Hesse Ausschnitte seiner tierischen Niederrhein-Krimis zum Besten gibt, das erfuhr sie zufällig am Geburtstag von ihrem Bruder. "Ich wusste von nichts, habe mich aber sehr gefreut. Mein Mann und ich sind leidenschaftliche Leser", sagt sie. Beide lesen fast ausschließlich Krimis, der "Tatort" am Sonntagabend ist Pflichtprogramm.

Beim Lesetempo ist Peter Lösing seiner Frau etwas voraus. Der ehemalige Zimmermann ist Stammkunde in der Stadtbücherei Wesel. "Zwei bis drei Bücher leihe ich mir in der Woche aus. Die verschlinge ich regelrecht", erzählt er. Die Bücher von Thomas Hesse wie zum Beispiel "Der Raabe" oder "Der Esel" sind nicht nur dem Ehepaar längst ein Begriff. Auch die meisten eingeladenen Freunde hatten wenigstens eins mal in der Hand. Und sie lauschen dem Krimi-Schreiber, der "einfach mal in die Kiste mit allen meiner Vorlesungs-Bücher gegriffen" hatte. Er hatte jetzt über einige Wochen nur aus sein aus seinem neuen Buch "Der Käfer", das er kürzlich zusammen mit seiner Co-Autorin Renate Wirth herausgebracht hat, vorgelesen. Diesmal präsentiert er ein Potpourri. Es ist eine kleine Rundreise durch Orte, die die meisten Zuhörer kennen. Und genau dieser Moment der Wiedererkennung der Heimat Niederrhein sei für die Leser das Besondere, so Hesse, der zwischendurch auch gerne auf Fragen aus der Runde einging. Die meisten hat der Gewinner selbst, der erklärte, warum er keine Bücher von Frauen liest. "In Büchern von Autorinnen sind deutlich mehr Charaktere als in denen von Autoren. Die Namen kann ich mir alle gar nicht merken. Das ist wie auf dem Hundeplatz: Da kennen die Frauen die Namen aller Vierbeiner, die dort herumlaufen. Und ich weiß gerade, wie meiner heißt", scherzt er und gibt Bo einen leichten Klaps.

Dann lehnen sich alle wieder zurück und verlieren ihre Gedanken in der Erzählung des Autors. So wird aus einem unverhofften Gewinn ein ganz besonderer Freitagabend für die Lösings und ihre Freunde.

Quelle: RP
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