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Schermbeck
Schermbeck feiert Kaiser und König

Schermbeck: Schermbeck feiert Kaiser und König
Als vierten Kaiser feierten die Schermbecker Kilianer am Sonntag Sven Nuyken. FOTO: Foto Scheffler
Schermbeck. Die Schermbecker Kiliangilde veranstaltete am Wochenende zwei Schieß-Wettbewerbe und hat nun neue Regenten. Von Helmut Scheffler

Der amtierende König Schermbecker Bodo Horstkamp musste am Samstag äußerst lange warten, bis er beim Königsschießen der Kiliangilde Schermbeck von 1602 seinem Nachfolger in spe gratulieren konnte. Erst um 16.56 Uhr holte Carsten Schledorn den letzten Rest des Vogels von der Stange. Im Rahmen mehrerer Veränderungen im Festablauf wurde das Königsschießen diesmal von der Vogelrute am Waldweg zum Rathausplatz nahe dem unteren Mühlenteich verlegt. Statt am Montag wurde erstmals am Samstag auf den von Rainer und Norbert Grewing hergestellten Vogel geschossen. Nach dem Marsch der Schützen von der "Schermbecker Mitte" zum neuen Schießplatz und der am Festzelt stattfindenden Parade eröffneten König Bodo Horstkamp, Königin Angelika Reimann und Kilian-Präsident Rainer Gardemann das Schießen.

Die ersten Teile des bunten Gefieders gab der Vogel schon bald frei. Peer Holtmann holte den linken Flügel herunter. Majorsadjutant Pascal Lubnau sicherte sich erst das Zepter und später noch den rechten Flügel. Den Reichsapfel schoss der Jungschützenkönig Lauritz Holtmann ab, Robin Baßler die Krone, und der Schüppenschütze Marc Anschütz den Kopf des Vogels.

Alles sah nach einem schnellen Ende des Schießens aus, doch als der Vogelbauer Norbert Grewing um 15.32 Uhr einen Teil des Schwanzes abschoss und der Vogel bedenklich zu wackeln begann, zogen sich die bis dahin eifrig schießenden Schützen Michael Nissing, Guido Nuyken, Marc Butterweck, Michael Schulte, Thomas Heiermann, Jens Hindricksen als König des Jahres 2007 und Kaiser Christopher Seibel vom Schießstand zurück. Es wurde einsam für die Schießwarte Günter Hater, Michael Redeker und Wolfgang Lensing. Obwohl Moderator Christian Hötting um mutige Schützen warb, dauerte es bis 16.45 Uhr, ehe sich nach einer Schießpause und Werbegesprächen der Vorstandsmitglieder die Schützen Carsten Schledorn, Thomas Wittwer und Christopher Hans als Königsaspiranten zum Schießstand begaben. Mit dem 513. Schuss fiel der letzte Rest des Vogels von der Stange. König in spe wurde der 31-jährige Chemie-Ingenieur Carsten Schledorn, ein gebürtiger Schermbecker mit familiären Wurzeln in Bricht, der jetzt in Essen wohnt. Zehn Jahre lang war er Offizier der Kiliangilde.

Um 16.56 Uhr am Samstag ließen die Schermbecker Kilianer ihren König in spe Carsten Schledorn hochleben. FOTO: Foto Scheffler

"Es war schon immer mein Traum, jetzt habe ich es geschafft. Ich freue mich einfach, denn nun bin ich König", beschrieb Carsten Schledorn seine ersten Empfindungen. Nach einer Beratungspause stellte Schledorn auf der Terrasse vor dem Festzelt seine künftige Mitregentin Jessica Lange-Alanbay vor. Die 26-jährige Studentin gehört dem Reiterzug der Kiliangilde an.

Vor dem Großen Zapfenstreich wurde das neue Königspaar am Abend im Festzelt inthronisiert. Neue Thronpaare sind Marius Braun/Alica Teske, Can Alanbay/Katja Schledorn und Thomas Wittwer/Fiona Hans. Für langjährige Zugehörigkeit zum Offizierskorps wurden Wolfgang Lensing, Carsten Schledorn und Markus Redeker geehrt. Zu Ehrenschützen wurden Kalle Herms, Achim Wittwer, Ulli Halbsguth, Sven Nuyken und Michael Nissing ernannt.

Nach fünfjähriger Pause trafen sich am Sonntagmorgen 19 ehemalige Könige, um einen Kaiser zu ermitteln. An dem Schießen auf den Kaiservogel beteiligten sich die bisherigen Könige Heinz Verwaayen (1970), Norbert Berg (1983), Winfried Lehmbruck (1987), Klaus Otto Besten (1989), Ludger Hindricksen (1991) Günther Beck (1997), Gerd Nuyken (1998), Sven Nuyken (1999), Ulli Halbsguth (2000), Johannes Besten (2002), Markus Hindricksen (2004), Michael Nissing (2005), Jens Hindricksen (2007), Ralf Neumann (2008), Tasso Stiebels (2009), Andreas Hoppe (2011), Markus Redeker (2012), Bernd Holtmann (2014), Bodo Horstkamp (2016).

Ulli Halsbuth sicherte sich den rechten Flügel, Sven Nuyken das Zepter, Markus Redeker den Reichsapfel, Andreas Hoppe den rechten Flügel, Jens Hindricksen die Krone mit einem Teil des Kopfes und Ulli Halsguth den Schwanz. Mit dem 165. Schuss holte Sven Nuyken den letzten Rest des Vogels. Eigentlich wollte er seinem Vater Gerd Nuyken den finalen Schuss überlassen, aber die Reihenfolge zwischen ihm und dem Vater ließ erwarten, dass der wackelige Vogel nicht mehr bis zum Schuss des Vaters aushalten würde. "Da musste ich einfach draufhalten. Kilian ist mein Leben", freute sich der 49-Jährige riesig über seinen Kaiserschuss.

Quelle: RP
 
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