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Serie Weseler Wahrzeichen (folge 26)
Schinkels Büdericher Schmuckstück

Serie Weseler Wahrzeichen (folge 26): Schinkels Büdericher Schmuckstück
Schlicht und licht: Die evangelische Kirche Büderich ist ein Meisterstück des preußischen Star-Architekten Karl Friedrich Schinkel. FOTO: Jana Bauch
Wesel. Wir suchen Wesels beliebtestes Wahrzeichen. Heute geht es um ein Büdericher Gotteshaus. Was ist Ihr Favorit? Von Fritz Schubert (Text)

War es am Ende vielleicht doch gut, dass Napoleon Alt-Büderich 1813 aus strategischen Gründen einebnen ließ und die Preußen zwei Jahre später an anderer Stelle begannen, einen neuen Ort anzulegen? Entstanden ist jedenfalls etwas ganz Besonderes: ein auf dem Reißbrett gradlinig angelegtes Polderdorf mit endlich auch zwei Kirchen - für jede Konfession eine. Die katholische Kirche St. Peter ist in der Wahrzeichen-Serie hier schon vorgestellt worden. Heute folgt die evangelische Kirche, die das Können des preußischen Star-Architekten Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) herausragend verkörpert. Schlicht und licht ist das innen wie außen strahlend weiße Kirchlein, das den Geist des Klassizismus geradezu ausatmet.

Die katholische Kirche zeigt mit ihrem Chor Richtung Osten (Jerusalem), die reformierte Kirche ist gemeinsam mit dem Pfarrhaus als dominanter Blickfang zum Markt hin ausgerichtet. 1817 zeichnete Landesbauinspektor Otto von Gloeden einen ersten Entwurf für die evangelische Kirche. Dieser wurde von Schinkel grundlegend überarbeitet. Der Maßstab wurde ebenso geändert, wie die Anordnung der Kanzel. Rundbogenfenster wurden durch rechteckige ersetzt, auch den Turm - heute wieder mit flachem Dach - gestaltet Schinkel neu. Grundsteinlegung war am 26. September 1820. Unter von Gloedens Leitung wurde die Kirche für 7363 Taler erbaut und am 3. November 1822 eingeweiht. Seit 1986 steht sie unter Denkmalschutz - wie so viele Gebäude in Büderich. In den 90er Jahren wurde die evangelische Kirche Büderich umfassend restauriert.

Das Gotteshaus hat auch einige Auftritte prominenter Gäste erlebt. Der damalige NRW-Ministerpräsident Johannes Rau predigte hier. Paul Spiegel, seinerzeit Vorsitzender des Zentralrats der Juden, war mit einer Lesung zu Gast. Und sie ist Schauplatz für Veranstaltungen der Kulturreihe Kleinod. Das passt, denn sie ist selbst eins.

Gewinnspiel Was ist Ihr liebstes Wahrzeichen? Schreiben Sie uns eine Mail mit Ihrem Favoriten, gerne mit kurzer Begründung an wesel@rheinische-post.de. Alle Details zu den zur Wahl stehenden Wahrzeichen, zur Verlosung und zum Gewinn unter www.rp-online.de/wesel. Schreiben Sie alternativ eine Karte mit ihrem Wahrzeichen an Redaktion Wesel, Großer Markt 11, 46483 Wesel, Betreff: "Wahrzeichen". Nennen Sie Namen und Adresse. Aus den Einsendungen erstellen wir eine Top-Liste, die wir in der Zeitung veröffentlichen.

Quelle: RP
 
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