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Wesel
Schlosser gesteht Missbrauch an Tochter seiner Freundin

Wesel. Das Landgericht Duisburg verurteilte gestern einen 50 Jahre alten Schlosser aus Wesel wegen sexuellen Missbrauchs zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft. Damit ging das Verfahren rund sieben Jahre nach der letzten Tat zu Ende. Zwischen 2004 und 2008 hatte der Mann sich in mindestens zwölf Fällen an der Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin vergangen. Das Mädchen war in der Zeit zehn bis 13 Jahre alt. Das Amtsgericht Wesel hatte den Mann, der damals noch die Tat bestritten hat, 2014 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Duisburger Landgericht als zweite Instanz milderte die Strafe nun um vier Monate.

2004 war der Mann mit seiner Lebensgefährtin und deren zwei Kindern nach Wesel gezogen. 2008 warf sie ihn aus dem Haus. Das Mädchen hatte sich erst einer Freundin anvertraut und dann der Mutter. Erst zwei Jahre später war die Jugendliche bereit, den Mann anzuzeigen. Bis zum Strafprozess vor dem Amtsgericht Wesel dauerte es noch einmal drei Jahre.

In der gestrigen Berufungsverhandlung legte der Schlosser dann ein Geständnis ab und erklärte, auf weitere Rechtsmittel verzichten zu wollen. Sechs Wochen vor dem Prozess hatte er der heute 21-Jährigen einen Entschuldigungsbrief geschickt: "Deine Tränen haben mich berührt", heißt es darin. "Ich kann dir nicht erklären, warum ich es getan habe. Ich hatte dich sehr lieb, aber ich habe dich nicht beschützt." Die junge Frau beklagte, dass der Mann nicht eher gestanden hat. "Ich bin durch die Hölle gegangen", sagte sie. Noch immer leidet sie an den psychischen Folgen und wurde lange als Lügnerin beleidigt.

(bm)
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