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Schermbeck
Schmuck, Deko und Eingekochtes

Schermbeck: Schmuck, Deko und Eingekochtes
Elke Rohde und Marion Herdes von der Evangelischen Stiftung Lühlerheim schauen sich mit Adele Daubenspeck Weihnachtsschmuck an (v.l.). FOTO: Markus Joosten
Schermbeck. Am Lühlerheim wurde am Wochenende mit einem kleinen Markt das erste Lichterfest gefeiert.

Zum ersten Lichterfest hatte das Lühlerheim mit seinem sozialen Dienst und der Wohnungslosenhilfe am vergangenen Wochenende eingeladen. Das sei ein Stück Öffentlichkeitsarbeit, erläuterte Theo Lemken, Geschäftsführer der Stiftung, den Hintergrund. Das Besondere des kleinen Marktes im und direkt am Café Lühlerheide: "Hier ist alles selbst hergestellt und nichts eingekauft." Einzige Ausnahme war Anne Büren aus Xanten, auch als "Kröselmarie" bekannt, die als selbstständige Schneiderin Puppen, Kissen und Decken anbot.

In der hauseigenen Schreinerei haben einige Bewohner des Lühlerheims Holzarbeiten gefertigt. Sie arbeiteten dabei unter Begleitung pädagogischer Kräfte. Auch diese beteiligten sich: So stellte Marion Bruns, sonst in der Wäscherei tätig, in ihrer Freizeit Ketten und Schals her. Ringe aus früherem Silberbesteck waren dagegen die Idee eines Bewohners, auch eine alte Gabel verschönerte er zu einem kleinen Kunstwerk. Das Obst für die selbst eingekochten Marmeladen stammte von Bäumen auf dem Gelände des Lühlerheims.

"Nach dem Fest ist vor dem Fest", meinte Lemken. Über Monate dauerten die Vorbereitungen, und das Fertigen der neuen Produkte und Waren wird bald nach dem ersten Markt beginnen, denn eine Fortsetzung sei sehr wahrscheinlich. Lemken ergänzte, dass das Lichterfest auch ein Wunsch der Bewohner gewesen sei. Sie wollten ihre eigenen Fertigkeiten einbringen.

Bio-Bäcker Hubert Leiers aus Erle stiftete ofenfrische Brote; deren Verkaufserlös war für die Flüchtlingshilfe der evangelischen Kirchengemeinde Brünen-Drevenack gedacht.

Insgesamt 60 Personen leben derzeit im Altenheim, nach der Fertigstellung des Anbaus im Februar werden es 65 sein. Hinzu gehören 96 Wohnungslose, die aus fast ganz NRW ins Lühlerheim kommen. Vom stationären Bereich über das begleitete Leben in der eigene Wohnung bis in die Selbstständigkeit nannte Lemken die Stationen. "Das gelingt auch", stellte er fest. Die Möbel für die Zimmer der Bewohner entstehen übrigens in der komplett eingerichteten Schreinerei im Lühlerheim. Von der kann profitieren, wer das Haus verlässt: Dort aufgearbeitete gespendete Möbel, die etwa aus Haushaltsauflösungen stammen, können die Bewohner in ihre eigene Wohnung mitnehmen. Und: "Es wurde viel renoviert", erklärte Lemken. Mit Fördergeld aus dem Leader-Projekt hat das Lühlerheim etliche historische Fassaden denkmalgerecht auffrischen lassen.

(rtl)
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