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Kreis Wesel
Schneechaos: Ärger um Busausfälle

Fotos: Schnee sorgt in NRW für zahlreiche Unfälle
Fotos: Schnee sorgt in NRW für zahlreiche Unfälle FOTO: dpa, dy wst
Kreis Wesel. Das Verkehrsunternehmen Niag hat gestern Mittag wegen Glätte den Busverkehr eingestellt. Fahrgäste warteten vergeblich. Die Schuld sieht das Unternehmen auch bei den Kommunen. Diese würden Haltestellen nicht ausreichend streuen. Von Sebastian Peters

In den Städten und den Gemeinden am Niederrhein hat der massive Schneefall zur Mittagszeit gestern zu starken Verkehrsbeeinträchtigungen geführt. Insbesondere der Busverkehr war betroffen. Am Vormittag setzte der Niederschlag ein, die Niag fällte gegen 12.20 Uhr die Entscheidung, den Busverkehr einzustellen. Beim Fahrgast kam davon aber lange Zeit nichts an. Auch die Weseler Schulen waren betroffen.

Der erste Eintrag auf der Niag-Internetseite wurde erst um 13.05 Uhr eingestellt. Es dauerte also 45 Minuten, bis die Niag ihre Kunden über den Ausfall der Busse informierte: Viele Fahrgäste warteten derweil verzweifelt an den Haltestellen, so etwa in Wesel am Großen Markt, wo auch um 14.30 Uhr kein Hinweis zu sehen war. "Sobald sich die Lage entspannt hat, werden die Fahrten wieder planmäßig aufgenommen. Wir bitten um Ihr Verständnis", hieß es auf der Internetseite. Über die Niag-App gab es keine Informationen. Einen eigenen Facebookkanal, über den die Niag ihre Fahrgäste schnell informieren könnte, hat das Verkehrsunternehmen nicht. Auch auf den Seiten der Bahntochter "Busverkehr Rheinland", die Teile der Strecken im Kreis Wesel bedient, gab es nur spärliche Informationen.

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Am Konrad-Duden-Gymnasium endete der Unterricht wegen des Wetters früher. Schulleiterin Karen Schneider selbst rief bei der Niag an, um zu fragen, ob Busse kommen. An der Gesamtschule Lauerhaas wurden die Schüler bis zum Eintreffen der Busse beaufsichtigt. Gegen 15 Uhr rollten die Busse wieder an.

Stephan Kreth, Betriebshofleiter der Niag in Moers, sieht die Schuld nicht allein bei der Niag. Er kritisierte die Kommunen für das unzureichende Streuverhalten. "Die Städte und Gemeinden sind für das Streuen im Bereich der Haltestellen zuständig. Das hat aber in den vergangenen Tagen nicht geklappt." Das sei einer der Gründe für die Busausfälle.

Die Städte am Niederrhein sehen sich für weitere Schneefälle gut gewappnet, stießen aber bei den gestrigen massiven Schneefällen an ihre Kapazitätsgrenzen. Der Kommunalbetrieb ASG in Wesel verfügt im eigenen Salzlager noch über 180 Tonnen Salz, kann außerdem auf eine Kapazität des Kreises von insgesamt 600 Tonnen zugreifen. Zwölf Streufahrzeuge stehen zur Verfügung, 14 Einsatzkräfte sind im Dienst. 45 Tonnen Salz wurden bisher verstreut. "Die Einsätze haben bei uns sehr gut geklappt", bilanziert Dorreen Bonnes stellvertretende Betriebsleiterin beim ASG. Die Straßen würden nach Priorität gestreut - Rettungswege, Steigungen, Hauptverkehrswege und Brücken sowie Kreuzungen. Auch im Bereich der Haltestellen sei gestreut worden. Die Stadt Hamminkeln ist bei einem großen Gemeindegebiet in einer besonders schwierigen Lage: 140 Kilometer Straßennetz müssen dort gestreut werden. Vier große Fahrzeuge und drei kleine stehen zur Verfügung. Rund 25 Tonnen Salz werden an einem Tag wie gestern ausgefahren. "In vier bis fünf Stunden haben wir alles gestreut", sagt Hermann Flores vom Bauhof. 150 Tonnen Salz sind noch im Bauhof Industriestraße auf Lager. Die Gemeinde Hünxe hat noch 20 Tonnen Salz auf Lager. Über 16 Einsatzkräfte kann Tiefbauamtsleiter Klaus Lehmann verfügen. "Keine besonderen Vorkommnisse" habe es dort gegeben, sagte Lehmann. Die gleiche Meldung kam aus Schermbeck. Die Bundes- und Landesstraßen werden durch Straßen NRW bedient. Manfred Möß, Sachgebietsleiter Verkehr bei Straßen NRW, sieht keine größeren Probleme. Die Wetterlage habe man schnell im Griff gehabt. In Voerde steht das zentrale Salzlager von Straßen NRW für den Kreis Wesel.

Große Unfälle gab es im Kreis Wesel gestern nicht. Die Autofahrer seien alle umsichtig gefahren, an die Wetterlage angepasst, erklärte eine Polizeisprecherin. Im Bereich der Autobahnausfahrten hätten sich allerdings mehrere Lkw quer gestellt.

Quelle: RP
 
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