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Wesel
Schnelleres Internet für Wesel

Wesel. In der Sondersitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses präsentierten gestern Vertreter der Telekom und der Deutschen Glasfaser ihre Breitband-Ausbaupläne in der Kreisstadt. Von Klaus Nikolei

Seit Jahren schon beklagen sich Firmen in Wesel über zum Teil unfassbar langsame Datenverbindungen. Und auch längst nicht jeder Privatkunde ist zufrieden mit seinem Internetanschluss. Doch schon in wenigen Monaten soll alles anders und vor allem besser werden. Das jedenfalls haben Vertreter der Telekom und der Deutschen Glasfaser gestern während einer Sondersitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses im Rathaus versprochen.

Die Telekom will demnächst mit dem Ausbau des Breitbandnetzes im Bereich der Vorwahl 0281 beginnen. Dabei bedient sie sich der sogenannten FTTC-Technik. Wie Telekom-Regionalleiter Uwe Abels in der Sondersitzung erklärte, werden neue Glasfaserkabel bis zu den bekannten grauen Verteilerkästen an den Straßenrändern verlegt. Von dort wird das Signal - wie bislang auch schon - über die vorhandene und nicht ganz so leistungsstarke Kupferleitung in die Häuser geleitet. Mit diesem sogenannten Vectoring-Verfahren sollen Datenmengen von bis zu 100 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Gegen Ende des Jahres sollen knapp 27.000 Haushalte von dem Ausbau profitieren. Die monatlichen Kosten für das schnelle Internet liegen bei knapp 35 Euro. Großartige Erdarbeiten, so Abels, werden beim Vectoring-Verfahren nicht nötig sein.

Im linksrheinischen Bereich von Wesel möchte die Deutsche Glasfaser Fuß fassen und ein nagelneues Glasfasernetz errichten. So wie es das Unternehmen auch in Xanten, Sonsbeck und Alpen plant. Vorteil einer reinen Glasfaserleitung ist, dass diese direkt ins Haus gelegt wird und ohne Leistungsverlust arbeitet. "Allerdings müssen 40 Prozent aller Einwohner einen Vorvertrag unterschreiben, damit sich die Investition von bis zu 1700 Euro pro Nutzer überhaupt rechnet", erklärte Marco Westenberg von der Deutschen Glasfaser. Im Rahmen von Bürgerversammlungen und mit Hilfe von Multiplikatoren und reichlich Werbung wolle man die Nutzer überzeugen. Monatliche Kosten: ebenfalls knapp 35 Euro. Ein Gestaltungsvertrag mit der Stadt wird derzeit noch geprüft und soll im nächsten Fachausschuss abgesegnet werden.

Gerüchte, es handele sich bei der Deutschen Glasfaser um eine "Heuschrecke", versuchte Westenberg mit dem Hinweis auf das Engagement des US-Investors KKR zu entkräften.

Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung ergriff Stadtwerke-Chef Franz Michelbrink das Wort. Auch die Stadtwerke wollen Glasfaserleitungen verlegen. Allerdings nur in Weseler Gewerbegebieten. Und die Leerrohre in Bislich und Diersfordt sollen an ein Unternehmen vermietet werden, das ebenfalls mit dem Vectoring-Verfahren arbeitet.

Quelle: RP
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